Heilige Hallen bei Feldberg

„Urwälder haben etwas höchst Unnatürliches und Entartetes. … Ein deutscher Wald macht so etwas nicht.“ (Robert Musil)

Einleitung

Die „Heiligen Hallen“ sind ein  360 Jahre alter Buchenwald, der unter Naturliebhabern und Wissenschaftlern Kultstatus genießt.  Das heute 65,6 ha große Totalreservat liegt in der Nähe des Dorfes Feldberg in Mecklenburg-Vorpommern. Die Seite ist gegliedert in folgende Abschnitte:

Anfahrt und Wanderwege

Das nächstgelegene Dorf heißt Lüttenhagen. Dort gibt es ein kleines Waldmuseum, das Lütt Holthus. Die folgende Karte habe ich auf dem Parkplatz 500 m westlich von Lüttenhagen fotografiert:

Karte_Hallen

 

Ich schlage Ihnen zwei jeweils ungefähr 5 km lange Wanderungen rund um die Heiligen Hallen vor: die eine startet vom oben erwähnten Parkplatz 500 m westlich von Lüttenhagen, die andere direkt von einem Parkplatz in Lüttenhagen gegenüber der Bushaltestelle:

Heilige_Hallen_1Rundwanderweg um die Heiligen Hallen Nr. 1

 Heilige_Hallen_2Rundwanderweg um die Heiligen Hallen Nr. 2

Für Obstliebhaber und Gärtner empfehle ich Weg Nr. 2, denn er führt zunächst an neu angepflanzten Apfel- und Birnbäumen ganz vieler unterschiedlicher Sorten entlang. Am Eingang des Wald stehen dann diese sonderbaren Schilder und ein „Uhu-Denkstein“ des NABU-Kreisverbands Strelitz:

Es beleuchtet schlaglichtartig die geistige Verwirrung des NABU: Am Eingang zu einem der bedeutendsten Buchenwälder Europas faselt man dummes Zeugs über den Uhu. Häufig korrumpiert durch hochrangige Förster spielt der NABU beim Schutz der Wälder in Deutschland überhaupt keine Rolle. Ortsverbände pflanzen Streuobstwiesen, während ringsherum die Buchenwälder ruiniert werden. „Die Buche steht doch nicht auf der Roten Liste!“ hat mir der Nabu-„Waldexperte“ von Hessisch-Oldendorf gesagt.

Die gpx-Dateien beider Wanderwege können Sie hier herunterladen (Rechte Maustaste – Ziel speichern unter): Heilige_Hallen_1.gpx und Heilige_Hallen_2.gpx.

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Geschichte

Bereits 1850 stellte ihn Großherzog Georg von Mecklenburg unter Schutz. Seit 1950 darf auch kein Totholz mehr entnommen werden. Über die Geschichte des Buchenwald klärt eine Informationstafel an der südwestlichen Ecke des Schutzgebiets auf.

Informationstafel

 

Ein Auszug aus dem Gedicht des Großherzogs Georg von Mecklenburg-Strelitz lautet:

Unter meinen alten Buchen,
Die wie Himmelssäulen stehn,
Möcht’ ich Dich, o Ruhe, suchen,
Möcht’ den Himmel wiedersehn,
Wie er durch die dunklen Äste
Zwiefach schön und hehr erscheint,
Dann seh ich gewiss das Beste
Erd und Himmel eng vereint.

In ihrer Dissertation  Ermittlung von Struktur-Indikatoren zur Abschätzung des Einflusses forstlicher Bewirtschaftung auf die Biozönosen von Tiefland-Buchenwäldern räumt Susanne Winter mit einigen falschen Vorstellungen über die Geschichte der Heiligen Hallen auf:

  1. Die Heiligen Hallen sind kein Urwald, denn dort stand nicht immer ein Wald. Der Bestand existiert „etwa seit dem Jahr 1653“. Nach dem 30jährigen Krieg wurde eine dort befindliche Siedlung aufgegeben und erst dann entstand dort durch Naturverjüngung langsam ein Buchenwald (Winter, S. Anhang I, S. 33).
  2. Im Rahmen von „Reparationshieben“ nach dem 2. Weltkrieg wurden „vereinzelt vorkommende Eichenstämme eingeschlagen“ (a. a. O., S. 34).
  3. 1953 wurde „auf einer etwa 2 ha großen Fläche“ im Westen des Waldes „der Zwischenstand entfernt und zu Brennholz aufgearbeitet“, um den „Hallenwaldcharakter“ zu erhalten (ebd.). Ein schönes Beispiel für forstamtlichen Irrsinn!
  4. Glück hatte der Wald im Jahr 1941, als man im Forstamt Lüttenhagen ernsthaft Lichtungshiebe zur Einleitung von Naturverjüngung diskutierte, weil man Angst hatte vor „kahlen Flächen mit wenigen alten Buchenruinen“ (ebd.).

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