20 angepflanzte Erlen am kahlgeschlagenen Fuhrtsbach

Zerstörter Wildschutzzaun

Im südlichen Teil der Aue steht ein 50 x 50 m kleiner Wildschutzzaun, in dem Buchensetzlinge angepflanzt worden sind. Der Zaun ist eine Bankrotterklärung der Projektteilnehmer und eine Kapitulation vor unnatürlich hohen Wildbeständen: Verjüngung ist nur künstlich möglich und nur im Schutz von Zäunen. Wie aber soll ein naturnaher Auenwald entstehen, wenn man dazu die gesamte Aue einzäunen müsste?

Der Zaun ist mittlerweile an einer Seite zerstört und das Wild hat die Setzlinge gründlich verbissen. Viele sind inzwischen abgestorben, die übrigen sind nicht in die Höhe gewachsen, weil ihr Leittrieb immer wieder verbissen wurde. Nur ganz wenige Buchen konnten dem Äsungsdruck entwachsen. Auch einige Birken konnten wenigstens hier – kurzfristig geschützt durch den Zaun – aufwachsen. Der Zaun ist offensichtlich seit Jahren kaputt. Niemand kümmert sich um eine Reparatur und niemanden stört, dass die Buchen verbissen werden. Das LIFE-Projekt ist seit 2009 abgeschlossen.

 

Dass Wildschutzzäune zerstört werden, ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel: Wildschweine neigen dazu, „Zäune an bestimmten Stellen hochzudrücken und sich im Zaun Einstände zu verschaffen. Diese Löcher im Zaun werden dann auch durch das Rehwild als Zugang zur Zaunfläche genutzt, was teilweise zu höheren Verbissschäden im Zaun als außerhalb führt“ (Ammer, Wald-Wild-Konflikt, S. 50 f.).

Wenige Meter südlich des kaputten Schutzzauns haben die Naturschutzexperten der Biologischen Stationen Euskirchen und Aachen hunderte Buchensetzlinge aus Jux und Dollerei einfach mal so auf dem Kahlschlag angepflanzt. Das Geld für die Setzlinge und die Pflanzaktion hätte man auch gleich zum Fenster rausschmeißen können. Junge Buchen vertragen direkte Sonneneinstrahlung im Sommer ebensowenig wie Frost im Winter. Und die überlebenden Buchen haben die Rehe total verbissen:

 

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