20 angepflanzte Erlen am kahlgeschlagenen Fuhrtsbach

20 angepflanzte Erlen

Im Januar 2007 wurde die Aue am nördlichen Oberlauf des Fuhrtsbachs von einem Satelliten aus fotografiert. Auf dem Foto ist ein erster Kahlschlag zu erkennen. Mittlerweile wurde ein ca. 10 m breiter Streifen östlich des Wegs und ein 50-75 m breiter Streifen westlich des Wegs kahlgeschlagen – eine Fläche von ungefähr 4 ha:

Fuhrtsbach_GoogleQuelle: Google Maps

Im nördlichen Teil der Bachaue wurden am Bachufer ungefähr 20 junge Erlen gepflanzt. Die kosten großzügig gerechnet 100 Euro. Diesen Ausgaben stehen Verkaufserlöse von mindestens 50 Euro netto pro Festmeter Fichtenholz entgegen. Nehmen wir ganz konservativ an, auf den 4 ha wären nur 1.000 Fm Fichtenholz gefällt worden. Dann stehen Ausgaben von 100 Euro Einnahmen von 50.000 € entgegen (zur Rechnung vergleiche „Die Fichte: Brotbaum oder Auslaufmodell?„). Es ist kein Zufall, dass die drei LIFE-Projekte „Lebendige Bäche in der Eifel„, „Wald-Wasser-Wildnis“ und „Bachtäler im Arnsberger Wald“  immer mit riesigen Fichtenkahlschlägen gekoppelt sind.

Ansonsten ist die Aue völlig kahl – wegen des hohen Verbissdrucks durch das Rehwild sind auf dem Schlag nicht einmal Birken gewachsen. Meterhohes Gras dominiert:

 

Auch auf dem praktischerweise gleich mit kahlgeschlagenen Randstreifen östlich des Wegs wachsen ebenfalls nur Gräser … und junge Fichten:

 

Die Bejagung ist völlig unzureichend: Im Bachtal stehen mehrere Hochsitze. Aber wie zum Beweis, dass eine Ansitzjagd zur Reduktion überhöhter Rehwildbestände ganz und gar ungeeignet ist, steht vor diesem Hochsitz einsam und verloren eine einzige verbissene Buche:

 

Noch Jahre nach dem Hieb kann man Spuren der Rücksichtslosigkeit sehen, mit der die Waldarbeiter vorgegangen sind. Herausgerissene Baumstümpfe, umgeknickte und abgebrochene Bäume und ein degradierter Boden, auf dem an vielen Stellen buchstäblich kein Gras mehr wächst:

 

Nach oben
Zurück zur Einleitung
Nächste Seite: Zerstörter Wildschutzzaun