Georg Meister über Wildschäden

Georg Meister hat ein neues Buch geschrieben: Die Zukunft des Waldes. Britta Fecke hat für den Deutschlandfunk eine lesenswerte Rezension geschrieben: Plädoyer für mehr Artenvielfalt. Den Beitrag kann man sich auch als Podcast anhören.

Georg Meisters Aussagen passen gut zu meinem gestrigen Beitrag über Rothirschzucht im Eggegebirge. Hier einige Zitate (Hervorhebungen von mir):

„Das wichtigste Mittel, damit der Wald sich wieder naturnah und in seinem ganzen Artenreichtum entwickeln kann, ist, die Wildbestände auf ein Wald-verträgliches Maß zurückzuführen.“

„Dass all die hoch qualifizierten Forstbeamten in leitenden Positionen den Einfluss des Wildbestandes auf die Betriebswirtschaft nie ernsthaft geprüft haben, muss mit ganz besonderen Umständen zusammenhängen, die nur in der engen Verflechtung der meisten dieser Forstbeamten mit der Trophäenjagd bestehen können. (…) Nach wie vor entscheidet im deutschen Wald viel zu oft noch immer die Art der Jagdausübung und damit die Zahl der Rehe und Hirsche, welche Baum-, Kraut- und Straucharten in den jungen Wäldern aufwachsen dürfen.“

„Das kann man am besten sehen, wenn man sich einen Wild abweisenden Zaun anschaut, wo innerhalb dieses Zaunes eine enorme Artenvielfalt da ist von vielleicht fünf oder zehn Baumarten und einer großen Zahl von Kraut- und Straucharten. Und außerhalb vom Zaun haben wir hartes Gras, Disteln und wir haben in erster Linie Fichten und Kiefern.

„Der normale Waldbesucher sieht nicht, was da im Wald passiert. Er glaubt, wenn er durch einen Kiefernwald bei Berlin oder einen Fichtenforst bei Düsseldorf läuft, dass das auch normaler naturnaher Wald ist.“

Im gestrigen Beitrag kam auch Andreas Becker zu Wort.1 Becker ist Rotwild-Sachverständiger des Landes Nordrhein-Westfalen. Außerdem ist er Forstdirektor und leitet das Forstamt Willebadessen im Eggegebirge. Der Gemeindeforst besteht zu 40% aus Fichte und zu 10 % aus Kiefer.2

  1. siehe Ausreden und Schuldzuweisungen []
  2. siehe Unser Wald []