Framing in der Forstwirtschaft

Elisabeth Wehling ist Wissenschaftlerin an der Universität Berkeley in Kalifornien. Sie untersucht, wie unser Denken und Handeln durch Sprache gesteuert wird und wie wir durch einfache Worte verführt und manipuliert werden.

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By Martin J. Kraft – Own work, CC BY-SA 3.0, Link

Während die deutschen Zeitungen sich noch über Donald Trump lustig machten, hat sie seinen Wahlsieg richtig vorhergesagt und sie kann erklären, wie Trump und sein Team die Wähler ganz gezielt mit den richtigen Slogans manipuliert haben. Das Wort „Fake-News“ ist z. B. eine Erfindung Donald Trumps.

Wehling warnt eindringlich vor dem leichtfertigen Gebrauch von Sprache, denn Sprache ist niemals unschuldig. Worte wie „Flüchtlingswelle“ oder „Flüchtlingsstrom“ beschreiben nicht etwa nüchtern und sachlich objektive Fakten, sondern Bildworte wie „Welle“ oder „Strom“ sind Deutungsrahmen, Frames, die unsere Wahrnehmung steuern und politische Handlungen auslösen. Schon das scheinbar harmlose Wort „Flüchtling“ ist ein riskantes Wort mit vielen Problemen. Andere mächtige Frames in der Politik, vor deren Benutzung Wehling warnt, sind z. B. „Steuerlast“ oder „Steueroase“.

Großkahlschlag am Wüstegarten

Nicht nur in der Politik spielen Worte eine wichtige Rolle, sondern auch in der Forstwirtschaft. Auch dort sind PR-Agenturen am Werk und auch dort wird mit Sprache manipuliert. Beim Kahlschlag am Wüstegarten z. B. benutzen die Verantwortlich niemals das Wort „Kahlschlag“. Sie sprechen stattdessen von „Fichtenentnahme“ oder „Fichtenrückname“. Am liebsten sprechen sie von „Naturschutz“. Dieses Wort ist sehr verführerisch und in hohem Maße manipulativ.

Ich halte das Thema Framing für sehr wichtig. Hier geht es zu meinem neuen Artikel, in dem ich ausführlich erkläre, was Frames sind und wie die Forstwirtschaft sie nutzt: Der Naturschutz-Frame in der Forstwirtschaft.