Zum Internationalen Tag des Waldes

Am 21. März war der Internationale Tag des Waldes. In einer Pressemitteilung von zwölf Nicht-Regierungs-Organisationen heißt es dazu:

In Deutschland gibt es […] nur verschwindend wenige alte, ungestörte artenreiche Wälder. Hierzulande müssen mehr strenge Schutzgebiete und gute Waldgesetze geschaffen werden, um in echten Naturwäldern und in ökologisch bewirtschafteten Wäldern die biologische Vielfalt der Wälder zu erhalten und zu verbessern. Nicola Uhde vom Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND): „Deutschland trägt dabei für den Schutz und Erhalt der europäischen Buchenwälder eine besondere globale Verantwortung […].“

Beim Schutz und Erhalt der Buchenwälder im FFH-Gebiet Teufelsbad ist dem Klosterkammerforstbetrieb unter Leitung von Forstdirektor Constantin von Waldthausen ein bedauerliches Missgeschick passiert:

Philosophenhuegel_Pano_800Philosophenhügel im FFH-Gebiet Teufelsbad1

Weitere Auflösungen:

  1. Kahlschlag im November 2013, Aufnahme vom 22. März 2015 (2.818 x 800 Pixel, 2,3 MB) []

Zorn

„Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht.“
Papst Gregor der Große1

Im November 2013 wurde am Philosophenhügel im FFH-Gebiet Teufelsbad ein 0,5 ha großer alter Buchenbestand abgeräumt. Ich erstattete Anzeige gegen den Forstdirektor der Klosterkammer, Constantin von Waldthausen, wegen Verstoß gegen § 329 StGB Abs. 4 Nummer 2. Kürzlich hat Oberstaatsanwalt Schmidt aus Bückeburg das Ermittlungsverfahren eingestellt. Mit Zorn und Empörung habe ich dagegen Widerspruch eingelegt. Hier geht es zum Artikel: Widerspruch gegen die Einstellung des Verfahrens vom 12.3.2015.

  1. Günter Schramm, Über den Zorn []

Rodung von Altbuchen = Pflegemaßnahme im FFH-Gebiet

Im November 2013 hatte ich Anzeige gegen Forstdirektor Constantin von Waldthausen erstattet. Grund war ein 0,5 ha großer Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad. Mit Datum vom 23. Februar hat Oberstaatsanwalt Schmidt aus Bückeburg das Ermittlungsverfahren eingestellt. Ich bin empört und wütend. Die Begründung ist eine Frechheit: Einstellung des Ermittlungsverfahrens.

Naturwaldreservat Lösershag in Unterfranken

Der Lösershag ist ein Naturwaldreservat in Unterfranken. Georg Sperber lobt es in seinem Buch „Urwälder Deutschlands“ so überschwänglich, dass ich auf der Rückfahrt aus dem Steigerwald dort im März letzten Jahres Zwischenstation gemacht habe. Das Wetter war eine Katastrophe: Es war dunkel und trüb und diesig und es nieselte. Zu allem Unglück führte der Urwald-Lehrpfad direkt an einem frischen Lichtungshieb in einem Buchenaltbestand vorbei. Vielleicht fällt mein Bericht auch deshalb zwiespältiger aus als der von Sperber: Mir reichen 61,8 ha einfach nicht. In NRW heißen die Naturwaldreservate nicht umsonst Naturwaldzellen. Ich bekomme da Platzangst. Hier geht es zu meinem Bericht: Lösershag.

 

Rückegassen im Wettergrund

Meine letzte Dokumentation über die Bodenzerstörung am Bottroper Schlehenkamp haben mich an Fotos vom Februar 2014 erinnert, die noch auf meiner Festplatte schlummerten. Gegen die Bodenschäden, die ich damals im FFH-Gebiet Wesergebirge nahe Hameln fotografierte, nehmen sich die Schäden in Bottrop beinahe harmlos aus. Einziger Lichtblick damals: ein drolliger Hund, der in den halbmetertiefen Bodengleisen herumtollte.

 

Die erneuten massiven Schäden im FFH-Gebiet verdeutlichen die Ohnmacht des Naturschutzes: Denn bereits 2013 hatte ich wegen der Verwüstungen am Wendgeberg Presse und Umweltamt eingeschaltet und Anzeige gegen das Forstamt Oldendorf der Niedersächsischen Landesforsten erstattet. Zu diesem ganzen Mist kommt hinzu, dass ich mich im März 2014 auch noch mit dem Vorsitzenden der örtlichen Kreisgruppe des BUND, Ralf Hermes, überworfen habe. Lesen Sie hier meinen Bericht, bei dem der Hund der einzige Lichtblick ist: Rückegassen im Wettergrund.

 

Schaumburger Nachrichten: „Strafanzeige gegen Forstdirektor“

Fast ein halbes Jahr nach meiner Strafanzeige berichtet nun auch die Schaumburger Zeitung über den Skandal, bei dem in einem FFH-Gebiet in einem Buchenwald ein 0,5 ha großer Kahlschlag veranstaltet wurde:

Strafanzeige

Den gut recherchierten Bericht von Michael Werk können Sie hier in seiner vollständigen Fassung herunterladen: Strafanzeige gegen Forstdirektor.

Und hier der Link zu meiner damaligen Dokumentation mit vielen Fotos vom Kahlschlag: Teufelsbad.

 

Verschlechterungsverbot ist ein Papiertiger

Ich glaube, viele Naturschützer überschätzen den Schutz, den FFH-Gebiete bieten, maßlos. Immer wieder kann man lesen: „Wie kann man nur so viele Bäume fällen! Das ist doch ein FFH-Gebiet! Das ist ein Verstoß gegen das Verschlechterungsverbot!“

Ich habe mich durch einen Wust an Vorschriften gewühlt, um herauszubekommen, wie man den „Erhaltungszustand“ eines „Lebensraumtyps“ bestimmt. Bei 2 Beispielen aus dem FFH-Gebiet Köllnischer Wald in Bottrop habe ich selbst einmal den Erhaltungszustand bestimmt. Das Ergebnis ist niederschmetternd! Jörg Wipf, Chef von RVR Ruhr Grün, hat Recht: Das Fällen zahlreicher Altbuchen führt nicht zwingend zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustands.

Noch absurder werden die Ergebnisse, wenn man die FFH-Kriterien auf den zerstörten Brinkmanns-Wald in Bottrop anwendet: Die Buchenwaldruine befindet sich ganz offiziell in einem – dochdoch! – „hervorragenden“ Erhaltungszustand:

Note „A“ für den zertrümmerten Buchenwald im Brinkmannsfeld

Meine Analysen finden Sie hier: Wie beurteilt man den Erhaltungszustand eines FFH-Gebiets?