Tag des Waldes in Porta Westfalica

21. März ist „Tag des Waldes“. In Vorfreude auf diesen Festtag hat die Firma Forst- & Agrarservice A. F. Pape Nolte vom 17. – 18. März am Mindener Weg in Porta Westfalica in der Lücke zwischen den Häusern mit den Hausnummern 9 und 11 rund 0,15 ha Wald gerodet. Ich wohne in unmittelbarer Nachbarschaft und die Rodung war für meine Genesung nicht förderlich.

Ein ausführlicher Hintergrundbericht folgt.

Posttraumatische Belastungsstörung

Ich weiß noch genau, wie ich wochenlang im Krankenhaus lag und mir geschworen habe, nie wieder einen Brief an irgendein Forstamt oder irgendeine Umweltbehörde zu schreiben. Nie wieder! Das Leben ist so kurz und derartige Briefe sind doch völlig sinnlos.1 Und jetzt habe ich es schon wieder getan! Ich bin doch verrückt!

Verbissene Vogelbeeren auf dem vergrasten Kahlschlag am Wüstegarten

Hier geht es zu meinem Artikel: Fragen an das Bundesamt für Naturschutz.

  1. siehe z. B. die Antworten der Umweltministerien zu Kahlschlägen im Nationalpark Harz []

5 ha Kahlschlag am Wüstegarten im Kellerwald

Als ich mit meinem Schädel-Hirn-Trauma wochenlang im Krankenhaus und in der Rehabilitationsklinik im Bett lag, habe ich mir drei Dinge vorgenommen:

  1. mit meiner Frau wieder zu tanzen,
  2. den Mentschul (1501 m) im Buchen-Urwald Uholka-Schyrokyj Luh zu erklimmen und
  3. eine Artikelserie zu schreiben über den 5 ha großen Kahlschlag am Wüstegarten im Kellerwald.

O. k. – tanzen mit nur einem Gleichgewichtsorgan ist schwierig. Tanzen Sie mal mit 2 Promille Wiener Walzer! Die Besteigung des Mentschul muss ich auch vorläufig verschieben; das ständige Klettern über Windwürfe ist definitiv noch zu anstrengend.

Aber was schon mal geht, ist der Beginn einer Artikelserie über den Kahlschlag am Wüstegarten. Er erfolgte selbstverständlich nur in allerbester Absicht! Und nur aus einem einzigen Grund: um die Natur zu schützen! Und alle, aber wirklich alle waren dafür: das Bundesumweltministerium, das Bundesamt für Naturschutz, die Obere Forst- und Naturschutzbehörde, das Land Hessen, der Nationalpark Kellerwald-Edersee und natürlich die Speerspitze der Umweltschutzbewegung: HessenForst. Und weil alle Beteiligten so großartige Arbeit geleistet haben, wurde der Kahlschlag auch mit staatlichen Fördergeldern subventioniert. Und nein, ich bin nicht verrückt!

Hier geht es zu meinem Artikel: Presse zum Kahlschlag am Wüstegarten.

Narrenfreiheit im FFH-Gebiet Teufelsbad

Philosophenhuegel_Pano_800Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad

Norbert Panek spricht in seinem aktuellen Beitrag auf seiner Webseite davon, „dass die Forstwirtschaft in den meisten deutschen Wald-Naturschutzgebieten faktisch „Narrenfreiheit“ genießt.“1 Ein niederschmetterndes Beispiel für diese Narrenfreiheit ist der Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad im November 2013. Nun hat die Leiterin des Naturschutzamtes zugegeben, dass gegen die verantwortlichen Förster nicht einmal ein Bußgeld verhängt worden ist. Auch ein Managementplan für das FFH-Gebiet existiert weiterhin nicht. Hier geht es zum Brief der Naturschutzamtes: Brief von Frau Engelking vom 23. März 2016

  1. siehe: Holznutzung in FFH-Waldgebieten kaum eingeschränkt, Eintrag vom 11. April 2016 []

Forstdirekter Wipf erteilt keinen „weiteren Nachhilfeunterricht“ mehr

Im November 2014 hatte das Forstunternehmen Bertil Karlsson eine rund 7 ha große Fläche des Bottroper Fernewalds durchforstet und dabei über 1.100 Festmeter Holz eingeschlagen. Förster Volker Adamiak vom Forststützpunkt Heidhof des RVR Ruhr Grün hatte den Auftrag dazu gegeben.

Daraufhin kam es zu einem Briefwechsel zwischen dem Betriebsleiter von RVR Ruhr Grün, dem Leitenden Verbandsforstdirektor Jörg Wipf, und mir. Ich wollte wissen, ob bei der Holzernte alles mit rechten Dingen zugegangen war: Entsprach sie der Planung, wie sie im Forstbetriebswerks aufgeschrieben ist?

Zunächst war Herr Wipf sehr freundlich und stellte die von mir gewünschten Unterlagen bereitwillig zur Verfügung. Meine Befürchtungen aber bestätigten sich: Die Holzernte war um 75% zu hoch. Auf meine diesbezüglichen Fragen antwortete Herr Wipf nicht mehr. Er weigere sich, mir „weiteren Nachhilfeunterricht“ zu geben.

Ich halte die Art und Weise, wie Wipf mit mir umspringt, für typisch: So führen sich hohe Funktionäre der Forstwirtschaft auf, wenn Umweltschützer kritische Fragen stellen und sich nicht mit den üblichen Sonntagsreden abspeisen lassen. Ich habe den kompletten Briefwechsel hier dokumentiert: Forstdirektor Wipf erteilt Nachhilfe.

BSWR bezieht Stellung zum Fernewald

Nach meiner Beschwerde beim Umweltministerium sah sich auch die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet (BSWR) gezwungen, zum Holzrausch im Fernewald Stellung zu nehmen. Ich habe mit Biologischen Stationen bislang nur negative Erfahrungen gemacht: Bei dem bundesweit für Aufregung sorgenden Kahlschlag am Wüstebach war beispielsweise die Biologische Station Aachen maßgeblich beteiligt. Die Kette negativer Erfahrungen reißt nicht ab: Ich dokumentiere die Antwort der BSWR und meine Rückfragen.

Fernewald_800Misshandelter Fernewald im April 2015

LANUV bezieht Stellung zum Fernewald

Im Dezember 2014 berichtete ich über den Holzrausch im Fernewald. Anfang Januar bat ich das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) um eine Stellungnahme, weil dieses angeblich am Forstbetriebswerk mitgearbeitet hatte. Das LANUV antwortete nicht, sodass ich mich im März bei Umweltminister Remmel beschwert habe.1

Geschundener Fernewald im April 2015

Kurz nach meiner Beschwerde erhielt ich Antwort vom LANUV. Ich veröffentliche diese Antwort zusammen mit meiner Kritik daran: Antwort des LANUV und Kritik an der Antwort des LANUV.

  1. siehe Beschwerde über LANUV und BSWR []

Einspruch abgelehnt

In seinem Buch „Der geplünderte Staat“ behauptet James K. Galbraith, Amerika sei seit George W. Bush „eine Art Unternehmensrepublik, in der die Regierung die gleichen Methoden und Normen, die gleiche Kultur und die gleiche Korruption an den Tag legt wie Wirtschaftskonzerne.“1. Die Unternehmensrepublik höhlt die Gewalt der Justiz aus:

„Sie füllt die Gerichtssäle mit Funktionären, die dem Willen der Regierung den Weg bereiten. Dies ist genau die Aufgabe des Aufsichtsrats eines modernen Unternehmens […]: ein dekoratives Gremium, dem es an relevanter Sachkenntnis mangelt und dem lediglich die Aufgabe zukommt, die Entscheide des Managements abzusegnen.“2

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat meinen Einspruch gegen die Einstellung des Verfahrens gegen Constantin von Waldthausen und Andreas Brandt abgelehnt. Ich hatte Anzeige wegen des Kahlschlags eines Buchenwalds im FFH-Gebiet Teufelsbad gestellt.

 

Den Wortlaut finden Sie hier: Zurückweisung des Widerspruchs durch Staatsanwältin Wortmann.

  1. James K. Galbraith, Der geplünderte Staat, Zürich 2010, S. 238 []
  2. a. a. O., S. 240 f. []

Zum Internationalen Tag des Waldes

Am 21. März war der Internationale Tag des Waldes. In einer Pressemitteilung von zwölf Nicht-Regierungs-Organisationen heißt es dazu:

In Deutschland gibt es […] nur verschwindend wenige alte, ungestörte artenreiche Wälder. Hierzulande müssen mehr strenge Schutzgebiete und gute Waldgesetze geschaffen werden, um in echten Naturwäldern und in ökologisch bewirtschafteten Wäldern die biologische Vielfalt der Wälder zu erhalten und zu verbessern. Nicola Uhde vom Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND): „Deutschland trägt dabei für den Schutz und Erhalt der europäischen Buchenwälder eine besondere globale Verantwortung […].“

Beim Schutz und Erhalt der Buchenwälder im FFH-Gebiet Teufelsbad ist dem Klosterkammerforstbetrieb unter Leitung von Forstdirektor Constantin von Waldthausen ein bedauerliches Missgeschick passiert:

Philosophenhuegel_Pano_800Philosophenhügel im FFH-Gebiet Teufelsbad1

Weitere Auflösungen:

  1. Kahlschlag im November 2013, Aufnahme vom 22. März 2015 (2.818 x 800 Pixel, 2,3 MB) []