Projektleiter Rainer Paulus zum Kahlschlag am Wüstegarten

Irgendetwas stimmt nicht mit dem 5 ha großen Kahlschlag am Wüstegarten. An dieser „Biotoprenaturierung“ des Naturschutzgroßprojekts Kellerwald-Region ist irgendetwas faul: Fragen werden nicht beantwortet, Verantwortliche sind telefonisch nicht erreichbar, amtliche Dokumente dürfen nicht veröffentlicht werden, die Gesprächsatmosphäre ist eisig. Lesen Sie selbst, was mir passierte, als ich von Projektleiter Rainer Paulus wissen wollte, wie viele Fördergelder für den Kahlschlag am Wüstegarten geflossen sind: Projektleiter Rainer Paulus zum Kahlschlag am Wüstegarten.

Ein Mischwald als Begründung für den Kahlschlag am Wüstegarten

Warum wurden Ende 2015 am Kellerwaldturm auf dem Gipfel des Wüstegartens 5 ha Fichtenwald kahlgeschlagen?

Die Verantwortlichen geben an, der Kahlschlag diene dem Schutz der Natur. Denn die Fichten seien vom Menschen gepflanzt, sie gehörten da von Natur aus gar nicht hin. Normalerweise wachse am Wüstegarten ein Mischwald aus Birken, Ebereschen und Bergahorn. Die Idee mit diesem Mischwald taucht zum ersten Mal im Jahr 2006 auf, und zwar in einem wichtigen Gutachten von Markus Schönmüller, dem Leiter eines Planungsbüros für Ökologie, Naturschutz und Landschaftspflege. Neun Jahre später hat er in einem Leserbrief den Kahlschlag mit markigen Worten verteidigt.

Ich halte nicht nur die Beschreibung des Mischwalds im Gutachten für mangelhaft, sondern auch die dazu gehörende Fotodokumentation. Hier geht es zu meinem Artikel: Grunddatenerfassung für das FFH-Gebiet „Hoher Keller“

Maßnahmenplan für das FFH-Gebiet „Hoher Keller“

Stellen Sie sich vor, Sie erstellen mit einem Gärtner einen Maßnahmenplan für die Pflege Ihres Gartens: Hecken schneiden, Rasen vertikutieren, Stauden pflanzen und Unkraut jäten. Dann kommen sie abends nach Hause und sämtliche Obstbäume sind weg! Etwas ganz Ähnliches scheint am Wüstegarten im FFH-Gebiet „Hoher Keller“ passiert zu sein.

2014 wurde der Maßnahmenplan für dieses Schutzgebiet veröffentlicht. Er enthält nicht weniger als 24 Maßnahmen. Aber nirgendwo steht etwas von einem 5 ha großen Kahlschlag am Wüstegarten. Hier geht es zu meinem Artikel: Maßnahmenplan für das FFH-Gebiet „Hoher Keller“.

Tag des Waldes in Porta Westfalica

21. März ist „Tag des Waldes“. In Vorfreude auf diesen Festtag hat die Firma Forst- & Agrarservice A. F. Pape Nolte vom 17. – 18. März am Mindener Weg in Porta Westfalica in der Lücke zwischen den Häusern mit den Hausnummern 9 und 11 rund 0,15 ha Wald gerodet. Ich wohne in unmittelbarer Nachbarschaft und die Rodung war für meine Genesung nicht förderlich.

Ein ausführlicher Hintergrundbericht folgt.

Posttraumatische Belastungsstörung

Ich weiß noch genau, wie ich wochenlang im Krankenhaus lag und mir geschworen habe, nie wieder einen Brief an irgendein Forstamt oder irgendeine Umweltbehörde zu schreiben. Nie wieder! Das Leben ist so kurz und derartige Briefe sind doch völlig sinnlos.1 Und jetzt habe ich es schon wieder getan! Ich bin doch verrückt!

Verbissene Vogelbeeren auf dem vergrasten Kahlschlag am Wüstegarten

Hier geht es zu meinem Artikel: Fragen an das Bundesamt für Naturschutz.

  1. siehe z. B. die Antworten der Umweltministerien zu Kahlschlägen im Nationalpark Harz []

5 ha Kahlschlag am Wüstegarten im Kellerwald

Als ich mit meinem Schädel-Hirn-Trauma wochenlang im Krankenhaus und in der Rehabilitationsklinik im Bett lag, habe ich mir drei Dinge vorgenommen:

  1. mit meiner Frau wieder zu tanzen,
  2. den Mentschul (1501 m) im Buchen-Urwald Uholka-Schyrokyj Luh zu erklimmen und
  3. eine Artikelserie zu schreiben über den 5 ha großen Kahlschlag am Wüstegarten im Kellerwald.

O. k. – tanzen mit nur einem Gleichgewichtsorgan ist schwierig. Tanzen Sie mal mit 2 Promille Wiener Walzer! Die Besteigung des Mentschul muss ich auch vorläufig verschieben; das ständige Klettern über Windwürfe ist definitiv noch zu anstrengend.

Aber was schon mal geht, ist der Beginn einer Artikelserie über den Kahlschlag am Wüstegarten. Er erfolgte selbstverständlich nur in allerbester Absicht! Und nur aus einem einzigen Grund: um die Natur zu schützen! Und alle, aber wirklich alle waren dafür: das Bundesumweltministerium, das Bundesamt für Naturschutz, die Obere Forst- und Naturschutzbehörde, das Land Hessen, der Nationalpark Kellerwald-Edersee und natürlich die Speerspitze der Umweltschutzbewegung: HessenForst. Und weil alle Beteiligten so großartige Arbeit geleistet haben, wurde der Kahlschlag auch mit staatlichen Fördergeldern subventioniert. Und nein, ich bin nicht verrückt!

Hier geht es zu meinem Artikel: Presse zum Kahlschlag am Wüstegarten.

Narrenfreiheit im FFH-Gebiet Teufelsbad

Philosophenhuegel_Pano_800Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad

Norbert Panek spricht in seinem aktuellen Beitrag auf seiner Webseite davon, „dass die Forstwirtschaft in den meisten deutschen Wald-Naturschutzgebieten faktisch „Narrenfreiheit“ genießt.“1 Ein niederschmetterndes Beispiel für diese Narrenfreiheit ist der Kahlschlag im FFH-Gebiet Teufelsbad im November 2013. Nun hat die Leiterin des Naturschutzamtes zugegeben, dass gegen die verantwortlichen Förster nicht einmal ein Bußgeld verhängt worden ist. Auch ein Managementplan für das FFH-Gebiet existiert weiterhin nicht. Hier geht es zum Brief der Naturschutzamtes: Brief von Frau Engelking vom 23. März 2016

  1. siehe: Holznutzung in FFH-Waldgebieten kaum eingeschränkt, Eintrag vom 11. April 2016 []

Forstdirekter Wipf erteilt keinen „weiteren Nachhilfeunterricht“ mehr

Im November 2014 hatte das Forstunternehmen Bertil Karlsson eine rund 7 ha große Fläche des Bottroper Fernewalds durchforstet und dabei über 1.100 Festmeter Holz eingeschlagen. Förster Volker Adamiak vom Forststützpunkt Heidhof des RVR Ruhr Grün hatte den Auftrag dazu gegeben.

Daraufhin kam es zu einem Briefwechsel zwischen dem Betriebsleiter von RVR Ruhr Grün, dem Leitenden Verbandsforstdirektor Jörg Wipf, und mir. Ich wollte wissen, ob bei der Holzernte alles mit rechten Dingen zugegangen war: Entsprach sie der Planung, wie sie im Forstbetriebswerks aufgeschrieben ist?

Zunächst war Herr Wipf sehr freundlich und stellte die von mir gewünschten Unterlagen bereitwillig zur Verfügung. Meine Befürchtungen aber bestätigten sich: Die Holzernte war um 75% zu hoch. Auf meine diesbezüglichen Fragen antwortete Herr Wipf nicht mehr. Er weigere sich, mir „weiteren Nachhilfeunterricht“ zu geben.

Ich halte die Art und Weise, wie Wipf mit mir umspringt, für typisch: So führen sich hohe Funktionäre der Forstwirtschaft auf, wenn Umweltschützer kritische Fragen stellen und sich nicht mit den üblichen Sonntagsreden abspeisen lassen. Ich habe den kompletten Briefwechsel hier dokumentiert: Forstdirektor Wipf erteilt Nachhilfe.