Naturwaldreservat Waldhaus

Die Bechsteinfledermaus im Naturwaldreservat Waldhaus

Die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) ist eine besonders geschützte Fledermausart. Das Besondere an ihr ist, dass sie eine „reine Waldart (ist), angewiesen auf naturnahe, alte, struktur- und spechthöhlenreiche Buchen-Eichenwälder“ (Sperber, S. 103). Zu ihrer Nahrung zählt die artenreichste Tiergruppe des Steigerwalds, die Nachtschmetterlinge. 349 Arten wurden bislang bestimmt.

499px-Vespertilion_bechsteinBechsteinfledermaus, Fotograf: Jonathan Hornung (Wikimedia Commons)

Deutschland hat eine besondere Verantwortung für diese Fledermausart. Denn ein Viertel ihres weltweiten Verbreitungsgebiets liegt in Deutschland. Die meisten Bechsteinfledermäuse in Deutschland kommen im Guttenberger Forst bei Würzburg und in den Buchenwäldern des Nordsteigerwalds vor. „1563 Exemplare dieser ‚Urwaldart‘ hat ein Forscher im Laufe der letzten 27 Jahre im Oberen Steigerwald um Ebrach gefangen und mit Flügelmarken gekennzeichnet.“ Zur Jungenaufzucht bilden sich im Sommer „Wochenstubenverbände aus nah verwandten Weibchen, Großmüttern, Müttern und Töchtern“. Diese suchen sich als Quartiere Spechthöhlen oder ersatzweise auch Vogelnistkästen, „die sie alle zwei bis drei Tage wechseln, um Feinde und übermäßigen Parasitenbefall zu vermeiden“. Dabei wandern die Fledermäuse nicht weiter als 35 km. Sie sind also an ein „festes Streifgebiet gebunden, das sie für ihr Leben sehr eingehend kennen lernen“. Folglich reagieren sie auf das Fällen von vertrauten Höhlenbäumen sehr empfindlich (Sperber, S. 103 ff.).

Viele schöne Fotos der Bechsteinfledermaus finden Sie auf der Homepage des Fledermausexperten Klaus Bogon: Bechsteinfledermaus.

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