Trittsteine in der Stellungnahme Ulrich Mergners

Nur 10 Trittsteine im GLB?

Schon die ersten zwei Worte des ersten Satzes im Trittstein-Kapitel geben Rätsel auf:

Im Waldgebiet liegen 10 Waldflächen, die dauerhaft aus der Nutzung genommen sind (sog. Trittsteine […]).“1

Was ist mit „Waldgebiet“ gemeint? Der gesamte GLB? Oder nur die Teilfläche zwischen den beiden NWR? In der Stellungnahme taucht das Wort „Waldgebiet“ sehr häufig auf: immer ist damit der gesamte GLB gemeint. Wenn Mergner aber sagen will, dass es im GLB nur 10 Trittsteine gibt mit einer Gesamtfläche von nur 14,5 ha, dann wäre sowohl die Anzahl viel zu niedrig als auch die Gesamtfläche.

Es gibt zu diesem Thema eine wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 2013 vom Forum Biodiversität Schweiz. Thibault Lachat, der oben bereits erwähnte Experte für Trittsteine, gehört zu den Mitherausgebern. Das Forum, das der Akademie der Naturwissenschaften in der Schweiz (SCNAT) angehört, hat eine umfangreiche Literaturrecherche durchgeführt und zusätzlich 200 – in Worten: zweihundert – Biodiversitäts-Experten gefragt. Der Projektbericht trägt den Titel „Flächenbedarf für die Erhaltung der Biodiversität und der Ökosystemleistungen in der Schweiz“ und kann hier heruntergeladen werden.

Die Biodiversitäts-Experten befürworten 5 Trittsteine pro km2.2 Wenn es im gesamten GLB mit 775 ha oder umgerechnet 7,75 km2 Fläche nur 10 Trittsteine gibt, sind es bloß 1,3 pro km2.3 Diese Anzahl würden die Experten sicherlich als zu gering erachten.

Die Mindestfläche für Trittsteine in Buchenwäldern beträgt laut Forum Biodiversität wie in der Arbeit von Lachat 0,9 ha.4 Das würde bedeuten, dass pro km2 4,5 ha für Trittsteine reserviert sein sollten, was einem Flächenanteil von 4,5 % entspricht.5 Im GLB sind es angeblich nur 1,9 %.6 Das ist nicht einmal die Hälfte dessen, was die Experten fordern.

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  1. Stellungnahme, S.  10, Hervorhebungen von mir []
  2. siehe Flächenbedarf, Tab. 69, S. 145 und S. 140 []
  3. = 10/7,75 km2 []
  4. siehe Die Folgen zu kleiner Trittsteine []
  5. siehe S. 140 „Gemäss ExpertInnenumfrage werden ca. 5 Altholzinseln pro km2 als Soll-Anzahl angegeben, was mindestens 3.5 bis 6 % der Waldfläche ausmacht.“ []
  6. = 14,5/775 x 100 % []