Trittsteine in der Stellungnahme Ulrich Mergners

Geheimnisse in der handgemalten Zeichnung

Am Ende seines Kapitels über Trittsteine präsentiert Mergner zwei Zeichnungen. Mit diesen möchte ich beginnen, denn beide sind eine Frechheit. Die erste wird beschönigend „schematische Darstellung“ genannt. Tatsächlich ist sie von Hand gezeichnet worden. Offenbar nicht von Mergner selbst, sondern vermutlich von der Forstanwärterin Anna-Maria Weißer.1

Man möchte ja noch verzeihen, dass eine Forstanwärterin der BaySF nicht mit Photoshop umgehen kann. Aber dass die Farben der Legende nicht zur Zeichnung passen, das geht dann doch zu weit! In der Legende sind beispielsweise die Wälder der Klasse 2 gelb, in der Zeichnung sind sie orange-braun. Wo die Wälder der Klasse 3+ liegen, geht aus der Zeichnung überhaupt nicht hervor. Und auch die Lage der jungen und alten Trittsteine ist bestenfalls zu erraten. Oder sehen Sie irgendwo hell- oder dunkelgrüne Flächen? Überhaupt: Seit wann gibt es junge Trittsteine? Was die braune Fläche am südlichen Waldrand bedeutet, wird in der Legende erst gar nicht erklärt. Deren Beschriftung ist so unscharf, dass sie sowieso nur mit Mühe zu entziffern ist. Wieso ist der Forstbetrieb Ebrach nicht in der Lage, eine Karte wie die folgende zu erstellen?

Waldklassen_1-3_mit_Legende

Sie stammt vom Landratsamt Bamberg und zeigt gestochen scharf, maßstabsgetreu und mit eindeutiger Farbzuweisung die Lage der NWR und der Klasse-1-, 2- und 3-Wälder im GLB. Mit Hilfe dieser Karte lässt sich auch rekonstruieren, dass es sich bei der orangebraun umrandeten Fläche in der Zeichnung oben vermutlich um Klasse-3+-Wälder handeln soll. Der sonderbare braune Flecken unten in der Zeichnung ist dann wahrscheinlich ein Klasse-1-Wald, der in der Legende schlicht vergessen worden ist.

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  1. siehe Hinweis S. 16 []