Trittsteine in der Stellungnahme Ulrich Mergners

100 oder 200 Trittsteine?

In einem Leserbrief an den Fränkischen Tag vom 18. September 2015 schreibt Günther Oltsch vom Freundeskreis Nationalpark Steigerwald:

„Zahlen sind anscheinend bei Herrn Mergner beliebig verwendbar. Aktuell berichtet er von 200 Trittsteinen, letztes Jahr waren es noch 100.“

Ich wollte das zunächst gar nicht glauben, aber es stimmt. Hier drei Beispiele aus dem Jahr 2014, in denen jeweils von „über 100“ die Rede ist:

Irgendwann hat es eine wunderbare Trittstein-Vermehrung gegeben: 2015 sind es plötzlich „über 200“.1 Günther Oltsch über sein Gespräch mit Mergner:

„Bei der […] Waldbegehung merkte er an, dass zahlreiche Trittsteine auf Druck von oben neu ausgewiesen wurden, obwohl diese Flächen naturschutzfachlich keinen Sinn machen.“2

Mit „Druck von oben“ meint Mergner vermutlich den Chef der BaySF Reinhard Neft höchstpersönlich: Dieser wollte mit einer Verdopplung der Trittsteine den GLB verhindern.3

Mit Zahlen nimmt man es in Ebrach aber sowieso nicht so genau: In einer Powerpoint-Präsentation, die auf der Homepage des Forstbetriebs zum Download bereit steht, spricht Mergner von 15.400 Biotopbäumen.4 Das seien 10/ha. Bei einer Waldfläche von 16.500 ha. Und 15.400 x 50 m2 = 770 ha.5 Mathe ist aber auch schwierig!

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  1. siehe z. B. Mergners Aufsatz „Waldtrittsteine statt Großschutzgebiete“ im Heft 21 der Zeitung AFZ – Der Wald aus dem Jahr 2015 []
  2. Hervorhebungen von mir []
  3. Kippen mehr Trittsteine das Schutzgebiet?, Mainpost 31. Juli 2015 []
  4. Derselbe Fehler unterläuft Mergner häufiger; siehe Reichen kleine geschützte Waldflächen?, Mainpost vom 20. August 2014 []
  5. 15.400 x 50 = 770.000; 770.000 : 10.000 = 77, nicht 770 []