Faktencheck: Urwaldbuchen

Ulrich Mergner, Leiter des Forstbetriebs Ebrach, kämpft gegen den Nationalpark Steigerwald. Aber viele seiner Behauptungen halten einem Faktencheck nicht stand.

Es gibt ein ganz simples Beispiel für eine Behauptung von Ulrich Mergner, die einfach nicht stimmt. In seinem Vortrag beim Buchenwaldseminar 2015 in Ebrach behauptet er:

Nun – zumindest 2005 muss es sie noch gegeben haben. Das jedenfalls behauptet Jörg Müller In seiner Dissertation, die er über die Buchenwälder im Steigerwald geschrieben hat:

„Die Starkholzzucht bei Buche wurde um 1900 gezielt fortgeführt. Produktionsziel waren starke Buchen mit einem Brusthöhendurchmesser über 70 cm. Diese sogenannten „Schaufelbuchen“ lieferten den Rohstoff für das örtliche Schaufel- und Stielmachergewerbe („Fabrikschlaichach“) und sind heute die alten Baumindividuen in den ältesten Untersuchungsbeständen mit einem Alter von 300-350 Jahren.“1

Jörg Müller ist nicht irgendwer: Der heutige Leiter der Forschungsabteilung des NLP Bayerischer Wald zählt zu den führenden Ökologen in Deutschland und Europa.

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  1. Jörg Müller, Waldstrukturen als Steuergröße für Artengemeinschaften in kollinen bis submontanen Buchenwäldern, München 2005, S. 7 f., siehe auch S. 11: „Buchenwaldschutzgebiete mit über 300 jährigen Altbuchen“ []