Faktencheck: Naturwaldreservat Waldhaus

Schluss – das Terrarienkonzept

Wenn man ehrlich ist, dann ist das ganze Schutzkonzept mit Naturwaldreservaten, Trittsteinen, Korridoren und Biotopbäumen doch viel zu aufwendig! Vielleicht sollte man einfachere und vor allem platzsparendere Lösungen in Erwägung ziehen. Mergner denkt schon einmal in die richtige Richtung:

„Wenn 100 Arten gleichmäßig über 10 ha verteilt sind und 10 % der Fläche am Stück aus der Nutzung genommen wird, werden auf der Stilllegungsfläche von 1 ha lediglich 10 Arten geschützt. Wird dagegen der 1 ha in kleine Portionen von 0,1 ha […] aufgeteilt und gleichmäßig über die 10-Hektarfläche verteilt, lassen sich alle 100 Arten schützen.“1

Wenn man das zitierte Beispiel nur konsequent genug zu Ende denkt, landet man bei 10 Terrarien. 10 Terrarien für jeweils 10 Arten. Für alle 500 Holzkäferarten des Steigerwalds zusammen bräuchte man nur 50 Terrarien.2 Die stapelt man dann in einer Lagerhalle. Dies wäre die effizienteste Form des Arten- und Biodiversitätsschutzes: eine Lagerhalle mit Terrarien. Maximaler Artenschutz, minimaler Platzbedarf. Die Lagerhalle wäre dann der heißeste Hotspot der Biodiversität,3 den man sich vorstellen kann. Und die schönsten Terrarien mit den buntesten Käfern könnte man dann im Steigerwald-Zentrum ausstellen. Direkt neben der Voliere mit dem Schwarzspecht.4

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  1. Small is beautiful, S. 8 []
  2. zur Käferhaltung in Terrarien siehe Käfer – ein Hobby, das nie langweilig wird oder Käfer im Terrarium oder Zucht und Pflege von Käfern und Insekten []
  3. zum Begriff „Hotspot“ siehe beispielsweise Bussler []
  4. zu den Mergnerschen Planungen bzgl. des Schwarzspechts siehe Waldtrittsteine, S. 20 f. []