Faktencheck: Naturwaldreservat Waldhaus

Einleitung

Im Heft 21 der Zeitung AFZ – Der Wald hat Ulrich Mergner, Leiter des Forstbetriebs Ebrach, 2015 einen Artikel veröffentlicht mit dem Titel „Waldtrittsteine statt Großschutzgebiete“. Viele darin gemachte Behauptungen halten einem Faktencheck nicht stand. Im achten Teil meiner Artikelserie überprüfe ich Mergners Angaben zum Naturwaldreservat Waldhaus.

Die Fläche von Naturwaldreservaten und die Anzahl der holzbewohnenden Käfer

Mergner behauptet:

„So wurden im Naturwaldreservat Waldhaus im Steigerwald trotz einer anfangs nur 12 ha großen Fläche bereits 289 von geschätzten 480 xylobionten Käferarten des Steigerwaldes erfasst. Die Vergrößerung auf 90 ha hat die Zahl xylobionter Käferarten gerade einmal um 25 Arten auf 314 ansteigen lassen. Rein rechnerisch hatte damit die Flächensteigerung um über 600 % nur eine bescheidene Artensteigerung von 9 % zur Folge.“1

12 ha – 289 Holzkäfer, 102 ha – 314 Holzkäfer. Aufwand: 90 ha, Nutzen 25 Käfer. Das rechnet sich nicht:

„Das Gesetz des abnehmenden Grenzertrags gilt auch hier.“2

Diese Aussagen veranlassen mich zu zwei Klarstellungen:

  1. Warum wurde das Naturwaldreservat Waldhaus vergrößert?
  2. Wie steht es um den Schutz von Urwaldreliktarten in Bayern?

Zum Schluss präsentiere ich einen Alternative zum Trittsteinkonzept: das Terrarienkonzept.

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  1. Waldtrittsteine, S. 21 []
  2. ebd. []