Faktencheck: Jörg Müller

Der Müller-Deal

Wie aber kommt Mergner nun zu der oben schon zitierten Behauptung:

„Das kampagnenmäßige Vorantreiben großflächiger Stilllegungsflächen birgt […] die Gefahr der Intensivierung der Waldbewirtschaftung, wie sie von Jörg Müller […] skizziert wird.“1

Ich weiß nicht, wie Sie diesen Satz verstehen. Ich verstehe den Satz so, als ob Müller vor der Gefahr warnt, dass wegen einer Stilllegung großer Flächen die Waldwirtschaft auf den übrigen Flächen intensiviert wird. In Wirklichkeit meint Müller aber etwas völlig anderes:

„Wo heute Fichtenforste stehen statt der angestammten Buchen und Eichen, belasse man es besser beim reinen Nutzwald. ‚Eine Fichtenplantage ist vielerorts nun mal unschlagbar produktiv‘, sagt Müller. ‚Selbst wenn man gelegentliche Sturmschäden abzieht, bringt sie höhere Erträge als der schönste Laubwald.‘ Müller schlägt vor, solche Forsten sogar noch konsequenter auf maximale Holzleistung zu trimmen. ‚Im Gegenzug aber […] leisten wir uns dann mehr Totalreservate mit unberührter Wildnis in Gegenden, wo sich das lohnt. Das wäre der Deal.'“2

Dass der Steigerwald sich lohnt, würde Müller sicherlich bejahen: Er hat über dessen Buchenwälder 2005 promoviert und jahrelang in ihnen geforscht.3

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  1. Waldtrittsteine, S. 21 []
  2. Ein Fest des Lebens, S. 132, Hervorhebungen von mir []
  3. siehe Waldstrukturen als Steuergröße für Artengemeinschaften in kollinen bis submontanen Buchenwäldern []