Faktencheck: Exakte Daten über den Wald

Das Kartierprojekt des BN und WWF im Forstbetrieb Ebrach

Richtig ist: Es ist nicht das Kartierprojekt von Greenpeace im Spessart, über das Mergner sich aufregt. Es ist das des BN und WWF direkt vor seiner Haustür. Seit März 2014 kartieren BN-Mitglied Günther Oltsch und sein Team die dicken alten Bäume im ehemaligen Schutzgebiet „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“.1 Mergner weiß ganz genau, warum Oltsch „mit Kluppe, Maßband und GPS-Gerät“ die Bäume vermisst: Der Grund ist seine eigene fachliche Stellungnahme, die er am 31. Dezember 2013 als Forstbetriebsleiter für seinen Arbeitgeber, die Bayerischen Staatsforsten, verfasst hat. Zwei Monate zuvor, am 7. November 2013, war durchgesickert, dass der Bamberger Landrat Günther Denzler ein fast 800 ha großes Schutzgebiet ausweisen wollte. In diesem sollte zukünftig keine Holzernte mehr stattfinden.2 Bei der Staatsforstverwaltung schrillten die Alarmglocken. Mergners Gutachten in seiner Fassung vom 14. Juli 2014 kann auf der Homepage des Forstbetriebs heruntergeladen werden: Fachliche Stellungnahme zur §29-Ausweisung nördlich von Ebrach. Ich möchte an einem Kapitel dieser Stellungnahme exemplarisch verdeutlichen, warum Naturschützer den angeblich „exakten Daten über Waldstruktur, die Baumarten, das Alter oder die Habitatstrukturen an Einzelbäumen […] mit Argwohn begegnen“.

Um Mergners Gutachten zu verstehen, müssen wir uns zunächst mit dem Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten beschäftigen und wie es die Wälder in Klassen aufteilt.

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  1. siehe das Kapitel „GPS-Projekt“ auf der Webseite des BN über den Steigerwald []
  2. Der Vorläufer eines Nationalparks?, Mainpost vom 7. November 2013 []