Exkursion in den Hohen Buchener Forst

Einleitung

Am Freitag, dem 12. September 2014, fand zum Auftakt des Seminars „Naturerbe Buchenwälder“ eine Exkursion durch den geschützten Landschaftsbestandteil des Hohen Buchener Forsts bei Ebrach statt.

Mein Exkursionsbericht ist gegliedert in folgende Kapitel:

  1. Vorgeschichte: Reisfeld in China
  2. Thema der Exkursion: Alte Buchen im Schutzgebiet
  3. Karte der Wanderung
  4. Abteilung Holzkreuz: 11 Altbuchen pro Hektar
  5. Abteilung Pflanzung: 16 Altbuchen pro Hektar
  6. Wertvolle Altbuchen
  7. Grenzen des Ebracher Naturschutzkonzepts
  8. Prozessschutz: Schutz der Alters- und Zerfallsphasen
  9. Anhang: Karte der Waldabteilungen

 

Vorgeschichte: Reisfeld in China

Die Gegner eines Nationalparks Steigerwald sind beim Lügen sehr erfinderisch. Keine Behauptung ist zu dämlich, um damit nicht Ängste zu schüren:

  • Der Nationalpark darf nicht betreten werden.
  • Pilzesammeln wird verboten.
  • Der Borkenkäfer frisst die Buchenwälder kahl.
  • Im Winter müssen alle erfrieren, weil es kein Brennholz mehr gibt.
  • Die Waldarbeiter werden arbeitslos.
  • Die  Sägewerke in der Region melden Bankrott an.
  • Die Touristen bleiben weg, weil sie den Anblick des unaufgeräumten Walds nicht ertragen.

Fehlt eigentlich nur noch die Behauptung, dass man von Totholzpilzen die Krätze bekommt.

Ich bewundere an den Mitgliedern des Vereins „Nationalpark Nordsteigerwald“ oder der Schweinfurther Kreisgruppe des Bund Naturschutz deren engelsgleiche Geduld und Freundlichkeit bei Gesprächen mit Nationalparkgegnern vom Verein „Unser Steigerwald„. Mit an Selbstverleugnung grenzender Höflichkeit hören sie sich zum hundersten Mal selbst die beklopptesten Einwände an und versuchen sie mit Gegenargumenten zu entkräften. Nur manchmal schwillt selbst den gutwilligsten und verständnisvollsten unter ihnen der Kamm. Für helle Empörung sorgte ein Leserbrief des stellvertretenden Leiters des Ebracher Forstamts, Daniel Steuer, im Steigerwald-Kurier vom 3. Juni 2014 (siehe „Der ‘geklaute’ Wald oder die Gier nach dem Titel„). Darin  verstieg sich Steuer zu der Behauptung, die Buchenwälder im Schutzgebiet „Der Hohe Buchener Forst“ seien überhaupt nicht schutzwürdig, handele es sich doch um junge Wälder: „im Schnitt gerade mal 90 Jahre alt.“ Die Buchen seien so schutzbedürftig „wie ein Reisfeld in China.“

 

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