Buchempfehlung: Ulrich Mergner – Das Trittsteinkonzept

Schluss – Handlungsspielräume

In seinem neuen Buch „Welzer wundert sich“ erzählt Harald Welzer die folgende Geschichte:

„Ich erinnere mich an eine junge Kellnerin, nennen wir sie Kathy, im völlig überfüllten Zugrestaurant der Bahn, die trotz horrendem Stress unglaublich freundlich und lustig war und jemandem, der im Gang stand, sogar ein leeres Bierfass zum Sitzen brachte. Ich bin sicher, dass das bei der Deutschen Bahn so was von verboten ist, aber Kathy verbreitete auf diese Weise einfach eine wunderbare Stimmung, wo sonst Aggression geherrscht hätte.“

Welzer erzählt das unter der Überschrift „Die andere Variante – über ungenutzte Handlungsspielräume“ und schreibt dazu:

„[A]lle Menschen [haben] Handlungsspielräume. Die einen benutzen sie, um schlechte Laune zu verbreiten und andere Leute zu schikanieren, andere nutzen sie, um etwas besser zu machen. […] Handlungsspielräume. Die geläufigen Varianten, Sie alle kennen sie rauf und runter, heißen: ‚Dafür bin ich nicht zuständig.‘, ‚Ich mache die Preise nicht!‘, ‚Ich hab die Regeln nicht erfunden.‘ Die andere geht so: ‚Schauen wir mal, wie wir das hinbekommen‘, ‚Das wäre ja gelacht.‘, ‚Das tricksen wir jetzt mal aus, das System.‘ Im Ergebnis macht Variante zwei die Welt erheblich besser […].“

Ob Mergner mit dem Trittsteinkonzept und seinem Buch die Welt besser macht, weiß ich nicht. Aber ich weiß: Er nutzt seine Handlungsspielräume und macht den Wald besser: Ich empfehle Ihnen sein Buch: Schauen Sie mal, wie er das hinbekommt!

Auflösung des Quiz

Das erste Zitat ist von Mergner,1 das zweite von Wohlleben. Doch!2

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  1. S. 54 []
  2. Der eigene Wald – Privatwald optimal bewirtschaften, S. 118 []