Waldbauprofessor Jürgen Bauhus ringelt Fichten

Einleitung

Jürgen Bauhus ist Professor für Waldbau an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Bauhus ist kein unbedeutender Professor. Er sitzt nicht in einem elfenbeinernen Turm und betreibt auch keine langweiligen Studien, für die sich niemand interessiert. Nein, Prof. Dr. Jürgen Bauhus ist ein sehr wichtiges Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Waldpolitik (WBW) beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Ein Foto vom 2.9.2016 zeigt die Übergabe des Klimaschutzgutachtens an den damaligen Umweltminister Schmidt und seinen Staatssekretär. Von den 15 Beiratsmitgliedern ist außer Prof. Spellmann nur einer anwesend: Bauhus. Er ist neben Prof. Peter Weingarten vom Thünen-Institut der zweite federführende Autor des Gutachtens.1 Es ist Bauhus und kein anderes Beiratsmitglied, der das Gutachten gegen Kritiker in Schutz nimmt und verteidigt.2 Bauhus und nicht der Vorsitzende Spellmann übernimmt diese eminent wichtige Aufgabe. Fassen wir zusammen: Bauhus ist also ein sehr wichtiger und einflussreicher Waldbauprofessor, der sehr gut mit anderen prominenten Forstwissenschaftlern vernetzt ist und direkten Zugang zu den Schaltstellen der Macht hat: dem Bundesminister und dem Staatssekretär im BMEL.

Und genau dieser Prof. Dr. Jürgen Bauhus spielt die Hauptrolle in einem 4-minütigen Beitrag für die Fernsehsendung Faszination Wissen am 11.1.2016. Die Sendung trägt den Titel „Wirtschaft gegen Wildnis – Wie viel Urwald können wir uns leisten“. Die Äußerungen von Bauhus sind so merkwürdig, widersprüchlich und unlogisch und die gefilmten Szenen sind so absurd, grotesk und bizarr, dass sich der Verdacht aufdrängt, der Beitrag sei nicht für Faszination Wissen, sondern für die heute-show gedreht worden.

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  1. siehe Pressemitteilung, Berlin, 2. September 2016 []
  2. siehe Streit um das Klimaschutzgutachten des Wissenschaftlichen Beirats []