Meinungsmache nach dem Sturmwurf am Huzenbacher See

„Die Natur am Ärmel streifen lassen“
Motto der Baiersbronner Forstwirte, die den Lotharpfad gebaut haben1

Schluss – Lotharpfad als PR-Kampagne

Jörg Ziegler war Leiter des Forstamts Baiersbronn. Ausgerechnet dieses Forstamt war 2003 zusammen mit dem Naturschutzzentrum Ruhestein verantwortlich für den Lotharpfad. 10 ha Sturmwurffläche wurden damals nicht geräumt und stattdessen ein „urige[r] Weg […] über Stege, Treppen und Leitern“2 angelegt. Zusätzlich wurde ein kindgerechter „Sturmwurf-Erlebnispfad“ mit 9 Lernstationen gebaut. Baiersbronn lobt den Pfad auf seiner Homepage in den höchsten Tönen: „Abenteuer Natur“, „… die Natur berührt dich!“, „Genießen Sie auf einem Kilometer Natur pur!“, eine „Chance auf Leben für eine Vielzahl von Pflanzen und Tiere“ und für „neue interessante Entwicklungen“.

Vielleicht sind das alles nur Sonntagsreden. Vielleicht ist auch dieser Pfad genau wie die beiden Zeitungsartikel über den Huzenbacher See nichts anderes als „Öffentlichkeitsarbeit nach Sturmereignissen“. Der enorme Rummel in Presse, Funk und Fernsehen inklusive Eröffnung durch Forstminister Willi Stächele am 20. Mai 2003 deuten darauf hin.3 Die 10 nicht geräumten Hektar wären dann das grüne Deckmäntelchen für 40.000 geräumte Hektar.4

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  1. Jahresbilanz der Landesforstverwaltung BW 2003, S. 12 []
  2. Homepage Baiersbronn []
  3. Jahresbilanz der Landesforstverwaltung BW 2003, S. 12 []
  4. Beim Wildnispfad des städtischen Forstamts Baden-Baden ist das Verhältnis anders: Von 2.000 ha Sturmwurfflächen wurden immerhin 70 ha in Ruhe gelassen. Und der damalige Forstamtsleiter Dr. Anton Hammer wollte die gesamte Sturmwurffläche nicht aufarbeiten und in einen Wildnispark umwandeln, scheiterte aber am Gemeinderat. Siehe Der Wildnispfad des Forstamts Baden-Baden. []