Der Wildnispfad des Forstamts Baden-Baden

„Holz ist ein einsilbiges Wort, dahinter verbirgt sich eine Welt von Wundern.“
Theodor Heuss1

Schluss

Wenn Sie viel Zeit haben – aber nur dann – , empfehle ich Ihnen zum Vergleich einen Besuch des Lotharpfads.2 Er befindet sich 25 km weiter südlich – immer die Schwarzwaldhochstraße entlang. Wolfgang Schlund, damals Leiter des Naturschutzzentrum Ruhestein und jetzt Leiter des NLPs, hatte dieselbe Grundidee wie Forstamtsleiter Hammer: Wir arbeiten einen Windwurf nicht auf und bauen einen Pfad mitten hindurch.3 Die Ausführung durch Steffen Wagner von den Landesforsten Baden-Württemberg geriet jedoch völlig unterschiedlich: Der Lotharpfad ist statt 4,5 km nur 900 m lang und statt 70 ha wurden nur 10 ha Sturmfläche nicht geräumt.4 Die Fläche ist viel zu klein: Kaum ist man im Bannwald drin, schon ist man wieder draußen. Im Hintergrund sind immer ratzekahl leergeräumte Flächen mit abgesägten Stubben zu sehen:

Als Fotograf muss man tricksen, um den Eindruck von unberührter Wildnis entstehen zu lassen:

Der Lotharpfad ist auch nicht beschwerlich zu gehen; man muss nicht klettern oder auf allen Vieren krauchen – über die wenigen Hindernisse führen bequeme Brücken. Hauptattraktion ist weniger der Windwurf denn die Aussichtsplattform mit Fernblick. Zur Ruhe kommt man hier nicht, es herrscht Massentourismus. Es ist die Walt-Disney-Version eines Wildnispfads.

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  1. Zitat von einem Informationsschild des Wildnispfads []
  2. siehe auch meine Kritik Lotharpfad als PR-Kampagne []
  3. siehe Flyer Lotharpfad []
  4. siehe Jahresbilanz der Landesforsten Baden-Württemberg, Stuttgart 2003, S. 21 []