Vom Versagen der Jagd im Nationalpark Harz

„Jägerei ist eine Nebenform von menschlicher Geisteskrankheit.“ (Theodor Heuss, Bundespräsident)

Einleitung

Der Nationalpark Harz wird in katastrophaler Weise von Rothirschen und Rehen verbissen. Das folgende Panoramafoto zeigt einen kurz und klein gebissenen Hang im Kleinen Sandtal, der 2008 kahlgeschlagen wurde. Die Fichte kehrt zurück. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Foto und wählen dann „Link in neuem Fenster öffnen“. Dann öffnet sich das Panorama. Klicken Sie mit der Lupe auf das Bild und scrollen Sie mit den vertikalen und horizontalen Bildlaufleisten in dem Panorama herum:

Panorama Sandtalhochauflösendes Panormafoto, 8.984 x 2.400 Pixel, 14 MB

 

Das Problem ist seit Jahrzehnten allen Beteiligten bekannt. Schon 1983 schreibt Georg Meister:

„Dann ging es hinauf in den Hochharz. Wir sahen riesige, total vergraste Kahlflächen … Nur in der Nähe von Gasthäusern, wo sich das Wild nicht so recht hintraute, standen am Straßenrand einige Weidenröschen, die zur Lieblingsnahrung des Schalenwilds gehören. In ‚Fichten-Stangenhölzern‘ … sahen wir, das die Fichten gegen Schälen der Hirsche mit grobem Sand bestrahlt worden waren. So wird künstlich eine raue Rinde erzeugt, die Hirsche ungern abschälen. Für uns war das der sichtbare Beweis für ein weiteres Waldgebiet, das völlig dem Primat der Jagd geopfert worden war.“ (1)

Auch Nationalparkleiter Andreas Pusch kennt den „extremen Verbissdruck“ (Vortrag zur Wildbestandsregulierung, S. 25):

Auf dem 250 ha großen Bruchberg „fehlt die natürliche Beimischung von Eberesche, Moorbirken und Weiden nahezu vollständig. Die Eberesche, die sich in einem kleinen Windwurfverhau natürlich eingestellt hatte, verschwand nach dem Zerfall der geworfenen Fichten durch Rotwildeinwirkung wieder vollständig“ (siehe die beeindruckenden Fotos in der Powerpoint-Präsentation, S. 46-50). Auch das 2.500 ha große Gebiet der ehemaligen Zonengrenze wird von den Hirschen kurz und klein gebissen: „Nach großflächigen Störungen in den Fichtenmonokulturen entwickelte sich an vielen Stellen über ein Zwischenstadium mit Birke wieder ein Fichtenreinbestand. Die Buche und andere standörtlich angepaßte Laubbäume schafften nicht den Einzug in die nächste Waldgeneration“ (siehe die Fotos in der Powerpoint-Präsentation, S. 52-56).

Pusch beschreibt hier exakt den Alptraum des Nationalparkforstamts: Statt eines artenreichen Mischwaldes entwickelt sich wieder eine von Rothirschherden verbissene Fichtenmonokultur.

Die Jagd, die die Rothirschbestände im Nationalpark „regulieren“ bzw. „managen“ soll, versagt völlig. Die Seite ist gegliedert in folgende Abschnitte:

 

1 Claus-Peter Lieckfeld, Tatort Wald – Georg Meister und sein Kampf für unsere Wälder, Frankfurt a. M. 2012

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