Umweltministerien zu Kahlschlägen

Brief an den Umweltminister Niedersachsens Stefan Wenzel zur Borkenkäfer-Sicherheitszone

Umweltminister in Niedersachsen und somit zuständig für den westlichen Teil des NLP Harz ist Stefan Wenzel. Herr Wenzel gehört der Partei „Bündnis 90/ Die Grünen“ an. Vor langer langer Zeit, als Petra Kelly, Jutta Ditfurth, Rainer Trampert und Thomas Ebermann noch Mitglieder der Grünen waren, war ich auch einmal Mitglied dieser Partei. An Wenzel schreibe ich am 20. Januar 2015 den folgenden Brief als Einschreiben:

Flächenauswahl für den Nationalpark Harz und Borkenkäfer-Sicherheitszone

Sehr geehrter Herr Wenzel!
Ich beschäftige mich auf meinem Blog seit längerem intensiv und kritisch mit dem Nationalpark Harz und habe zwei Fragen zum Park.

1. Ungünstige Form des Parks
Schon bei einem flüchtigen Blick auf das Gebiet des Nationalparks fällt dessen sonderbare Form auf. Insbesondere im Süden ragen zwei merkwürdig geformte Zipfel hervor: im Osten das Gebiet um den Breitenberg südöstlich von Sankt Andreasberg und im Westen das Gebiet rund um Lonau nördlich von Herzberg.

Diese beiden Zipfel ragen kilometerweit aus der Mitte des Parks hervor. Das hat Folgen: Sie bestehen zu einem großen Teil aus der Borkenkäfer-Sicherheitszone. Das Verhältnis zwischen der Größe der Sicherheits- und der Naturdynamikzone ist ausgesprochen ungünstig. Bei Hanskühnenburg ist der westliche Zipfel sogar so schmal, dass sich die westliche und die östliche Borkenkäfer-Sicherheitszone praktisch berühren. Dort ist für die Naturdynamikzone überhaupt kein Platz mehr. Viel sinnvoller wäre es gewesen, das Gebiet um Sieber und Sankt Andreasberg auch in den Nationalpark mit aufzunehmen. Dann näherte sich der Park etwas mehr einer Kreisform an: Diese hat das beste Verhältnis zwischen Sicherheits- und Naturdynamikzone. Bislang war ich der Ansicht, dass dies nicht möglich gewesen sei, weil dort Privatwälder liegen würden, die man nicht aufkaufen bzw. entschädigen kann.

Nun aber musste ich zu meiner großen Überraschung feststellen, dass dort keine Privatwälder sind, sondern dass der Park fast überall von Landeswald umgeben ist: So gehört das Gebiet um Sieber zum Forstamt Riefensbeek (Reviere Lilienberg und Königshof) und das Gebiet um Sankt Andreasberg gehört zu den Revieren Andreasberg und Knollen des Forstamts Lauterberg. Meine erste Frage: Warum wurden diese vier Reviere bei der Gründung des Parks nicht zum Gebiet des Nationalparks hinzugefügt? Der Park hätte dann eine rundere Gestalt mit der Folge, dass die Borkenkäfer-Sicherheitszone deutlich kleiner wäre.

2. Übernahme der Borkenkäfer-Sicherheitszone durch den Landeswald
Bislang war ich davon ausgegangen, dass die Borkenkäfer-Sicherheitszone dem Schutz angrenzender Privatwälder dienen würden. Nun muss ich feststellen, dass nicht private sondern landeseigene Fichtenforste geschützt werden. Meine zweite Frage: Wieso kann die Borkenkäfer-Sicherheitszone nicht in den angrenzenden Landeswäldern liegen? Wieso geht ein 500 m breiter Streifen des Parks für den Schutz angrenzender Fichtenforste in Landesbesitz verloren? Die Forderung, dass der Landeswald die Borkenkäfer-Sicherheitszone übernehmen soll, wenn dieser an den Nationalpark grenzt, hat der Bund für Naturschutz in Bayern bereits 1998 für den Nationalpark Bayerischer Wald erhoben.1

Für eine Antwort bis Ende Februar bedanke ich mich im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen

 

Mein Einschreiben ist am 22. Januar 2015 im Ministerium eingegangen: Sendungsstatus RA 4325 0076 3DE. Mittlerweile ist es Ende April 2015. Ich habe keine Antwort bekommen.

 

Nach oben
Zurück zur Einleitung
Nächste Seite: Brief an Stefan Wenzel zu den Kahlschlägen

  1. siehe Forderungen des BN zur Borkenkäferbekämpfung im NLP Bayerischer Wald []