Umweltministerien zu Kahlschlägen

Kommentar zur Antwort von Aeikens

Zur Erinnerung: Ich hatte dem Minister zwei ganz konkrete Fragen gestellt:

  1. Warum hält sich die NLP-Verwaltung nicht an die Praxisanweisung von Kap. 1.4.1.1.4 auf S. 52 des des Nationalparkplans, die klar und unmissverständlich vorschreibt: „Außerhalb des Sicherheitsstreifens dürfen Bekämpfungsmaßnahmen nicht zum vollständigen Abräumen der Fläche führen.“
  2. Hat das Ministerium keine Zahlen zu den geräumten Windwurf-, Schneebruch- und Borkenkäferbefallsflächen im NLP Harz?

Die erste Frage beantwortet Aeikens/Martell/Weißleder überhaupt nicht. Die Praxisanweisung wird nicht einmal erwähnt. Stattdessen wird trotzig behauptet: „Die Grundsätze der Nationalparkplanung wurden und werden […] eingehalten.“ Für das Umweltministerium gibt es die Kahlschläge außerhalb des Sicherheitsstreifens schlicht nicht.

Die zweite Frage wird bejaht: Das Ministerium hat keine Zahlen. Die Begründung ist abenteuerlich: Sie seien für das „waldbauliche Management“ nicht erforderlich. Das ist ersichtlich falsch: Allein für die „umfangreichen Nach- und Initialpflanzungen“ benötigt man konkrete Zahlen. Oder ordert die NLP-Verwaltung die Anzahl der Buchensetzlinge für die „Neubestockung der Freiflächen“ aus dem Bauch heraus?

Die Zahlen müssen irgendwo vorhanden sein: Denn angeblich werden die „durchgeführten Maßnahmen … dokumentiert und unterliegen einer regelmäßigen Kontrolle bzw. Fachaufsicht.“ Wie will man „Effizienz und Erfolge“ überprüfen ohne Zahlen? Etwa indem man die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken mal kurz zum Meineckenberg kutschiert und den Herrschaften freudestrahlend ein paar ausnahmsweise nicht verbissene Jungbuchen präsentiert?

 

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