Wildverbiss auf dem Großkahlschlag am Meineckenberg

Rothirschschwemme im Nationalpark Harz

2014 – also vor vier Jahren – habe  ich mich zum ersten Mal mit der Hirschjagd im Nationalpark Harz beschäftigt: Vom Versagen der Jagd im Nationalpark Harz. Mein Ergebnis war damals eindeutig: Es gibt viel zu viele Hirsche im Nationalpark und der Bestand ist völlig außer Kontrolle. Daran hat sich nichts geändert – im Gegenteil: es ist noch schlimmer geworden. Der Tätigkeitsbericht 2017 veröffentlicht die folgenden Zahlen zur Strecke beim Rothirsch:

20062007200820092010201120122013201420152016
476447542550656674740765740981748

Im Jagdjahr 2016 waren 58 Hirsche Fallwild, d. h. sie kamen bei Unfällen ums Leben oder starben eines natürlichen Todes. 690 Hirsche wurden von Jägern geschossen. Im Jagdjahr 2017 werden es laut Sabine Bauling von der Nationalparkverwaltung 740 sein und 2018 sollen es dann 900 werden. Denn:

„Immer mehr Rothirsche verursachen im Nationalpark Harz durch zerbissene junge Bäume irreparable Waldschäden. […] Ein 2017 durchgeführtes sogenanntes Schäl- und Verbiss-Monitoring habe gezeigt, dass die Schäden noch größer seien als bei der vorangegangenen Erhebung im Jahr 2015, sagte Bauling.“1

Und schon diese Erhebung war eine Bankrott-Erklärung. Laut Tätigkeitsbericht 2016 war bei mehr als 40 % der Buchen der Terminaltrieb, also der oberste Trieb an der Spitze des Bäumchens, verbissen.2

Die dpa-Meldung, die das Hamburger Abendblatt abdruckt, endet so:

„Zur ‚Sicherung der naturnahen Entwicklung‘, so schriebt die Nationalpark in seinem offiziellen Tätigkeitsbericht 2017, müsse ‚die Regulation der Wildbestände‘ deshalb intensiviert werden. Das heißt: Mehr Jagd auf die Tiere.“

Dabei verkennt die dpa, dass die Absicht, die Jagd zu intensivieren, seit Jahren immer neu bekundet wird. In jedem Tätigkeitsbericht sei 2012 heißt es:

„Die Entwicklung der Schalenwildstrecken […] zeigen, dass bei der Reduktion der verbeißenden Schalenwildarten mit dem Schwerpunkt Rotwild weitere Anstrengungen notwendig sind.“

Nützen tut es nichts:

„Nach Schätzungen des Rotwildringes lebten im vergangenen Frühjahr aber allein im niedersächsischen Teil des Harzes etwa 6.500 Tiere. Dies sind knapp doppelt so viele Tiere wie vor 25 Jahren.“3

Und 2011 waren es noch 5.000 und 2001 nur 3.500 – und zwar im gesamten Harz.4

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  1. Zu viele Rothirsche beißen Bäume im Harz kaputt, Hamburger Abendblatt vom 9.2.2018 []
  2. siehe Tätigkeitsbericht 2016, S. 44 []
  3. Hamburger Abendblatt, Hervorhebungen von F.-J. A. []
  4. siehe Das Rothirsch-Problem im Harz []