Experten gegen Kahlschläge

Karl Friedrich Sinner

Sinner ist damals Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Allein in den vier Jahren von 2007 – 2011 wird er über 1.000 ha Fichtenwälder kahlschlagen.1

Borkenkäfer-Sicherheitszone nördlich der Plessenburg2

Sinner ist berüchtigt dafür, dass er salbungsvoll über Prozessschutz predigen kann. So auch auf diesem Workshop. Ohne rot zu werden, rät er seinem Kollegen Pusch im Harz, „[zur] künstlichen Einbringung […] alle natürlichen kleinen Störungen in der Fläche des Waldes zu nutzen, wie sie nach Schneebruch, punktuellem Zusammenbruch nach Rotwildschäle, kleineren Windwürfen etc. entstehen. Hier kann mit wenigen Pflanzen, geschützt im Verhau des verbleibenden Materials, das Prinzip der ‚helfenden Hand‘ in der Fläche umgesetzt werden.“3

unnatürliche große Störung nördlich der Plessenburg4

Das ist so ernst zu nehmen wie eine Sonntagspredigt: Dem „Verhau“, in dem die Borkenkäfer brüten, werden Pusch und Sinner ab 2007 mit der Kettensäge zu Leibe rücken. Die „Zerfalls- und Mortalitätsstadien“, die doch angeblich so segensreich sind für „Strukturvielfalt und Biodiversität“, wird Pusch ebenso wenig „mit dem Waldumbau […] verknüpfen“5 wie Sinner selbst. Dass „die Natur selbst […] den Waldumbau wesentlich effizienter und differenzierter durchführt, als menschliche Aktivitäten dies je könnten“6, bleibt ein Lippenbekenntnis.

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  1. siehe Der Nationalpark als Kahlschlagmaschine []
  2. Kahlschlag B, siehe Karte []
  3. S. 21 []
  4. Kahlschlag B, siehe Karte []
  5. S. 21 []
  6. S. 20 []