Waldentwicklung als Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung

„Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.“
(Paul Watzlawick)

Einleitung

Ausgerechnet der Berufsstand, der in den letzten zwei Jahrhunderten für die Verfichtung des Harzes verantwortlich war, managt nun verrückterweise die Waldentwicklung zurück zum Buchenwald. Der Waldumbau wird zu einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Waldarbeiter und Förster. Deren Werkzeug ist nicht der Hammer (siehe das obige Zitat von Watzlawick), sondern die Motorsäge.

Kahlschlag im Süden des Frankenbergs, im Hintergrund rechts der Brocken

 

Dieser Artikel ist gegliedert in sechs Abschnitte:

 

Arbeitsplatz Nationalparkverwaltung

Der Fachbereich 3 der Nationalparkverwaltung kümmert sich um „Waldbehandlung und Wildbestandsregulierung“ (siehe Organigramm der Nationalparkverwaltung Harz). 2013 waren dort sind 43 Forstwirte beschäftigt.1 Umgangssprachlich nennt man Forstwirte auch Waldarbeiter oder Holzfäller. Laut Auskunft von Nationalparkleiter Pusch sind es im Jahr 2014 44 Forstwirte.2

Kahlschlag am Frankenberg

 

Die Verwaltung beschäftigt außerdem 19 Forstbeamte der Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt. Hinter dieser komplizierter Formulierung verbirgt sich der ehemals gehobene Forstdienst (siehe Berufe in der Forstwirtschaft). Dazu zählen z. B. die 12 Revierleiter des Nationalparks. Wenn man die Karte der Nationalparkreviere mit der der Gebietsgliederung vergleicht, stellt man fest, dass viele Reviere zu einem großen Teil in der Naturdynamikzone liegen. Dort aber darf überhaupt keine Forstwirtschaft mehr betrieben werden. Ein schönes Beispiel ist das Revier Bruchberg westlich des Torfhauses, das von Revierleiter Klaus-Dieter Schultze geleitet wird. Gäbe es nicht die Borkenkäfer-Sicherheitszone, die „gemanagt“ werden muss, Schultze wäre arbeitslos.

Hinzu kommt 1 Forstbeamter der Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt. Das ist der ehemals höhere Forstdienst. Dazu gehören die Forstamtsleiter, die als Vorgesetzte der Revierleiter fungieren. Vermutlich handelt es sich dabei um Nationalparkleiter Andreas Pusch.

Kahlschlag im Kleinen Sandtal

 

Der Tätigkeitsbericht 2013 nennt insgesamt 24 Beamte (S. 72). 4 Beamte sind also offensichtlich Landes- und keine Forstbeamten. Neben den 44 Forstwirten des Fachbereichs 3 werden weitere 68 Personen nach TV-Forst beschäftigt: Dazu zählen u. a. die 39 Ranger der Nationalparkwacht, bei denen es sich um umgeschulte Forstwirte handelt (S. 50). Zusammen mit den 32 nach TV-L beschäftigten Arbeitnehmern waren im Nationalpark insgesamt 168 Personen beschäftigt.

Der Nationalpark hat Ausgaben von 11,2 Millionen Euro (S. 72). Wie viel davon Personalausgaben sind, wird verschwiegen.

 

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  1. Tätigkeitsbericht 2013, S. 41 []
  2. Brief vom 18. Juni 2014 []