Vollbaumernte im Höfener Wald

Kein Waldumbau

Das Forstamt der Stadt Monschau baut diesen Fichtenwald nicht zu einem Misch- oder Buchenwald um. Der hier dokumentierte Fichtenwald sieht mit den vielen Stubben aus wie ein gerupftes Huhn. Auf den freigeschlagenen sonnenbeschienenen Flächen wächst keine Naturverjüngung: Pioniergehölze, die wie die Hänge-Birke mit dem Wind oder wie die Vogelbeere von Vögeln verbreitet werden, haben sich nicht eingefunden. Schuld sind die übernatürlich hohen Wildbestände. Auch ein künstlicher Buchenvoranbau mit Setzlingen aus der Baumschule, wie er an einigen Stellen des Nationalparks versucht wird, findet nicht statt.

 

 

Die Ausrede mit dem Borkenkäfer

Der ausbleibende Waldumbau und das Weiterbestehen großer privater Fichtenwälder, die im Süden an den Nationalpark grenzen, haben negative Folgen, die direkt den benachbarten Nationalpark betreffen: Fichtenwälder sind anfällig für den Borkenkäfer. Dies liefert den Förstern des Eifeler Nationalparks den medienwirksamen Vorwand, die Fichtenwälder des Nationalparks nicht ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen und sie bis zum St. Nimmerleinstag zu „managen“ und zu „entwickeln“ (vergleiche Zone 1c). Nach Sturmwürfen oder warmen Sommern sterben viele Fichten ab. Werden diese dann nicht sofort gefällt und abtransportiert, kommt es zu Massenvermehrungen des Borkenkäfers. Dieser würde dann, so lautet der Vorwand, auch in die benachbarten Wirtschaftswälder einfallen. Die Stadt Monschau könnte dann den Nationalpark mit horrenden Schadensersatzklagen überziehen. Dass es sich dabei um einen Vorwand handelt, beweisen gute Erfahrungen mit Borkenkäferschutzzonen: 500 m breite Streifen reichen aus.

BorkenkaeferMut zur natürlichen Waldentwicklung im Nationalpark Kellerwald-Edersee

 

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