Förstermärchen zum Waldumbau

Schluss

Für den Umbau privater Fichtenwälder gibt es Fördergelder vom Land NRW. Wegen des Klimawandels besteht dazu dringender Handlungsbedarf: Die Fichte verträgt keine warmen trockenen Sommer. Die Stadt Monschau z. B. nimmt diese Gelder nicht in Anspruch und die wenigen Ansätze von Buchenaufforstungen werden vom Wild kaputtgebissen und von der Fichte überwachsen (siehe Wildschäden auf Wiederaufforstungsfläche im Fuhrtsbachtal).

verbissene Buchensetzlinge der Stadt Monschau im Fuhrtsbachtal

 

Weil die Stadt ihre an den Nationalpark grenzenden Wälder nicht umwandelt (vergleiche Vollbaumernte im Höfener Wald), muss der Nationalpark Borkenkäferschutzzonen einrichten. Das Forstamt Monschau nimmt den Nationalpark in Geiselhaft. Auch dies ist ein Geburtsfehler des Nationalparks.

kein Waldumbau im Höfener Wald der Stadt Monschau

 

Trotz Borkenkäferkampfzonen gäbe es die Möglichkeit in der Mitte von Dedenborn, 600 ha Fichtenwälder sofort unter Prozessschutz zu stellen. Dass dies nicht geschieht, liegt daran, dass Walter, Falkenberg, Dickmann und Röös nicht begriffen haben, worum es beim Prozessschutz geht: Prozesse werden geschützt, nicht Endprodukte. Walter will möglichst schnell einen Buchenwald erzeugen. Er kennt bereits genau das Ziel, wohin sich die Natur entwickeln soll.

Wenn es möglich wäre, 200 Jahre alte Buchen im Labor zu züchten, würde Walter den Süden des Nationalparks komplett kahlschlagen und diese sofort anpflanzen. Selbstverständlich so, dass es möglichst naturnah aussieht. Mit Moos und abgebrochenen Ästen. Und Höhlen für die Waldfledermäuse, die man aus dem nächsten Zoo bestellen würde. Dann noch ein Sortiment verschieden alter Buchen dazwischen, vielleicht hier noch eine Weißtanne und dort eine blühende Vogelkirsche. Dazwischen Lichtinseln mit Setzlingen, hübsch verpilztes Totholz hier und da und im Frühjahr würden sich Touristen über ausgesäte Buschwindröschen, Leberblümchen und Scharbockskraut freuen. Und für unsere Megaherbivoren-Freunde ließe Walter vielleicht ein paar Wisente aussetzen. Fertig wäre der Disney-Buchenurwald! (Vergleiche dazu den bizarren Bericht über die Wiederanlage einer Bärwurzwiese, 2008, S. 17, wo prinzipiell genau so vorgegangen wurde.)

„Die Rückkehr eines naturnahen Buchen-Mischwaldes würde in diesem Gebiet wegen fehlender Buchensamenbäume und der enormen Vitalität der Fichte viele hundert Jahre dauern.“ (2006, S. 12) Erstens ist die Fichte nicht so vital, wie Walter es glauben machen will: In wenigen Jahrzehnten wird es wegen des Klimawandels in der Eifel keine Fichten mehr geben. Und zweitens wäre es nicht schlimm, selbst wenn es noch viele hundert Jahre dauern würde. Natur hat Zeit.

 

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