Professoren zu Kahlschlägen im Wüstebachtal

Einleitung

Vom 4.-5. Mai 2006 fand in Monschau eine Expertenfachtagung zum Thema „Nationalpark Eifel: Wald in Entwicklung, Offene Fragen – Leitlinien – Maßnahmen“ statt. Den Tagungsband können Sie hier herunterladen: Tagungsband. Ich habe diese Tagung schon des öfteren kritisch analysiert:

Ende Januar habe ich die 4 Professoren, die 2006 an der Tagung teilgenommen haben, um eine Stellungnahme zu den aktuellen Kahlschläge am Wüstebach gebeten. Scherzinger und Schmidt haben mir ausführlich geantwortet. Schäffer und Trommer überhaupt nicht. Die Seite ist gegliedert in folgende Abschnitte:

4 Briefe an 4 Professoren

Die Briefe an die Professoren können Sie hier als PDF-Dateien herunterladen:

Der vier Briefe haben alle einen ähnlichen Wortlaut. Der an Prof. Scherzinger sei hier stellvertretend vorgestellt:

 

Prof. Dr. Wolfgang Scherzinger
Roßpoint 5
83483 Bischofswiesen

Großkahlschläge in Fichtenwäldern im Nationalpark Eifel

Sehr geehrter Prof. Dr. Scherzinger,
ich wende mich an Sie, weil Sie im Mai 2006 in Monschau an einem Workshop des Nationalparks Eifel teilgenommen haben mit dem Titel „Wald in Entwicklung“. Auf diesem Workshop wurden laut offiziellem Bericht die „Entfichtungen in den Bachauen .. als wenig problematisch eingestuft … Vom Plenum wurde daher empfohlen, diese Maßnahmen fortzuführen“ (Hervorhebungen von mir). Die Nationalparkverwaltung verweist zur Legitimierung ihrer Kahlschläge an Bächen im Nationalpark bis heute immer wieder auf diesen Workshop.

Vielleicht haben Sie von dem durch den Plusminus-Beitrag „Kahlschläge im Naturschutzgebiet“ vom 8. 1. 2014 ausgelösten Rummel um die Großkahlschläge am Wüstebach im Nationalpark Eifel gehört. Ich hatte zuvor die Redakteurin Alexa Höber auf die Kahlschläge aufmerksam gemacht und auf meiner Webseite (franzjosefadrian.com/wordpress) darüber ausführlich berichtet.

Meine Kritik an den Kahlschlägen speist sich vor allem aus der Idee „Natur Natur sein lassen“ und aus den positiven Erfahrungen, die der Nationalpark Bayerischer Wald mit nicht geräumten Windwürfen gemacht hat. Ich verstehe nicht, warum man den angeblich notwendigen Waldumbau im NP Eifel nicht Stürmen, Borkenkäfer und Bibern überlässt – zumal der allergrößte Teil der Kahlschläge mit Vollbaumernte nicht in der 500 m Borkenkäferschutzzone liegt. Sieht so ein „lenkender Eingriff“ eines „ausgereiften Managementplans“ zum „Umbau von standortfremden Waldbeständen“ aus? (Ich erlaube mir, aus Ihrem Aufsatz „Entwicklung von Wildnis – Gestaltung aus Zufall und Notwendigkeit“, Fachtatung Nationalpark Kalkalpen 2010, zu zitieren.)

Vor diesem Hintergrund möchte ich Sie fragen, wie Sie die aktuellen Kahlschläge im NP Eifel beurteilen. Ist es richtig, dass Sie damals beim Workshop diesen Kahlschlägen zugestimmt haben?

Für ein kurzes Statement oder einen Hinweis auf eine Ihrer Publikationen, die diesen Fragen nachgeht, wäre ich Ihnen sehr dankbar. Bitte teilen Sie mir auch mit, ob ich Ihr Statement auf meiner Webseite verwenden darf.

Mit freundlichen Grüßen

 

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