Kahlschläge am Bergerbach

9. Zur Kritik am Großkahlschlag

Auf dem Informationsschild des Nationalparkforstamts steht: Nach dem Entfernen der nicht-heimischen Fichten wird der Mensch hier nicht mehr eingreifen“ (Hervorhebung von mir). Warum erst nach dem „Entfernen“?

Der Entfichtungs-Ideologie der Förster liegt die Annahme zu Grunde, dass das Ökosystem Bach durch das Anpflanzen von Fichten irreversibel zerstört worden ist. Fichten sind scheinbar so etwas wie Parasiten, die das Ökosystem Bach so sehr schädigen, dass es sich davon nie wieder erholt. Der Bach wird zum todkranken Pflegefall erklärt, der mit Fichten regelrecht verseucht ist. Und zwar für Jahrhunderte. Erst die Entfernung des Parasiten Fichte „unterstützt“ die Selbstheilungskräfte des Bachs so sehr, dass er wieder „selbständig“ einen „naturnahen Auwald“ hervorbringen kann.

Der Begriff „Parasit“ ist vor mir eigentlich noch zu milde gewählt: Denn wenn man genau liest, zählt die Fichte gar nicht zur Natur. Die Fichte ist „kein natürlicher Begleitbaum“, also ein unnatürlicher, um nicht zu sagen widernatürlicher Begleitbaum. Quasi der Teufel in Baumform. Kein Wunder, dass die Fichte „nicht schutzwürdig“ ist!

Verrückterweise werden dieselben Förster, die Ihnen eben noch Vorträge über die quasi übernatürliche Konkurrenzkraft der Fichte gehalten haben, im anderen Zusammenhang Sie darüber belehren, dass die Fichte in der Eifel von Windwürfen, vom Klimawandel und vom Borkenkäfer tödlich bedroht ist. Und zwar gerade weil sie in der Eifel „nicht standortgerecht“ und „nicht heimisch“ ist. Dort wurzelt die Fichte zu flach und sie verträgt die Wärme und die Trockenheit im Sommer nicht. Und gerade deswegen müsse man sie unbedingt jetzt fällen, wo man noch gute Preise für sie bekommt und nicht, wenn nach dem nächsten Orkan die Holzpreise wieder in den Keller rauschen wie nach Kyrill.

Was man auf gar keinen Fall machen darf, ist, die Fichten nach dem nächsten Sturm einfach am Bergerbach liegen lassen. Dann droht der Untergang des Abendlands. Dann kommt der Borkenkäfer und vermehrt sich massenhaft und fällt in die Gärten in Gemünd-Schleiden und in Heimbach ein und bringt dort alle Fichten um und die Bewohner klagen dann alle auf Schadensersatz wegen der Fichte in ihrem Garten und … Ein Alptraum!

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