FSC erlaubt Kahlschläge im Nationalpark Eifel

Sitzung der Nationalpark-Arbeitsgruppe am 23.4.2013

Am Dienstag, den 23.4.2013, trafen sich die Mitglieder der Nationalpark-Arbeitsgruppe um 11 Uhr am Nationalparktor Höfen. Welcher Bürger hat an einem Werktag um 11 Uhr vormittags eigentlich Zeit, an so einer Arbeitsgruppe teilzunehmen? Die Sitzung mit 12 Tagesordnungspunkten dauerte nur 2 Stunden und 5 Minuten. Protokoll führt Dörte Möller, Abteilungsleiterin des Fachgebiets „Hoheit“ in der Nationalparkverwaltung. Das Protokoll trägt oben rechts das Logo des Landesbetriebs Wald-und-Holz-NRW.

Unter Tagesordnungspunkt 7 „Managementmaßnahmen 2013/2014“ wurden die 8 ha großen Kahlschläge am Wüstebach gebilligt. Das Protokoll zum 7. Tagesordnungspunkt lautet wie folgt:

Tagesordnung 7 Teil 1Tagesordnung_7b

Quelle: Auszug aus dem Sitzungsprotokoll der NLP-AG vom 23.4.2013

Zum Thema halten nur 2 Personen Vorträge – beide sind Abteilungsleiter der Nationalparkverwaltung:

  • Forstdirektor Gerhard Ahnert, Leiter des Fachgebiets Biotop- und Wildtiermanagement
  • Forstdirektor Michael Röös, Leiter des Fachgebiets Forschung und Dokumentation

Das Wort „Kahlschlag“ taucht im Protokoll – wie in allen offiziellen Dokumenten des Nationalparks  –  nicht auf. Stattdessen werden beschönigende Begriffe wie „Entnahme von Holz“, „Auflichtung“, „Fichtenräunung“, „Entnahme“ und „großflächige Fichtenentnahme“ benutzt. Den Teilnehmern fallen die Widersprüche und Ungereimtheiten der Vorträge nicht auf:

  • Im Süden wurde „zur Vorbereitung der Pflanzung“ aufgelichtet, obwohl es überhaupt kein „Pflanzenmaterial“ (sic!) zum Pflanzen gab.
  • Auf den kahlgeschlagenen Flächen müssen bereits nach kurzer Zeit wieder junge Fichten „umgeschnitten“ werden.
  • Es gibt keine 8 ha großen Initialgatter zum Schutz der Naturverjüngung gegen Wildverbiss.
  • In Gemünd ist die Fichtennaturverjüngung so stark, dass das Pflanzen der Buchensetzlinge nicht funktioniert.

 

Zu Wort meldet sich 1 – in Worten: eine – Person: Richard Bollig, Leiter des Umweltamt der Städteregion Aachen, „weist auf den Artenschutz hin“. Was will uns die Protokollantin Dörte Möller mit diesem Satz sagen? Fragt Bollig, ob der Artenschutz eingehalten wird? Oder teilt er mit, dass der Artenschutz eingehalten wird? Die Idee, man könne bei 8 ha großen Kahlschlägen in Fichtenwäldern den Artenschutz einhalten, ist schwachsinnig. Die Arten des Fichtenwalds stehen im Nationalpark Eifel ausdrücklich nicht unter Schutz. Was hätte Dr. Röös denn gemacht, wenn ein Waldkauz am Wüstebach gebrütet hätte? Ihn etwa umgesiedelt?  (Zu den Gutachten, die wegen des Artenschutzes stattfinden, siehe meine Kritik auf der vorigen Seite Kahlschläge: Alle stimmen zu!).

Am Ende hat niemand „Bedenken“ gegen die „Maßnahme“. Einer enthält sich.

Auf der nächsten Seite analysiere ich die Liste der an der Arbeitsgruppensitzung teilnehmenden Personen.

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