Douglasienkahlschlag im Kermeter

Panoramafoto

Einen guten Überblick über den Kahlschlag und dessen Größe vermittelt das folgende Panoramafoto. Es wurde im Januar 2014 aufgenommen und ist 3,8 MB groß. Klicken Sie auf das Bild, vergrößern sie es mit der Lupe und wählen Sie mit „F11“ die Vollbildansicht. Dann können Sie mit den vertikalen und horizontalen Bildlaufleisten durch das Bild scrollen.

Panorama_Douglasie_1

 

Desinformationstafel

Weil die Nationalparkverwaltung ahnt, dass für den einen oder anderen Wanderer der Anblick dieses Großkahlschlags doch vielleicht etwas befremdlich sein könnte, hat sie ein kleines Schild aufgestellt:

Douglasie_Desinformation

 

Man muss nicht Forstwirtschaft studiert haben, um die Schwachstelle des Textes zu finden: Warum wurden nicht alle Bäume geringelt und als Totholz auf der Fläche belassen?

Im Bericht zum Workshop in Monschau vom 4.-5. Mai 2006 zum Thema „Wald in Entwicklung“ taucht das Wort „Großkahlschlag“ von Douglasienwäldern als Empfehlung nicht auf. Es scheint so, als seien die ortsfremden Teilnehmer über die Verbreitung der Douglasie im Kermeter getäuscht worden: „Im Gegensatz zur Fichte tritt die Douglasie nicht in großen zusammenhängenden Flächenkomplexen auf, sondern ist meist auf kleinere Einzelflächen verteilt.“ (Workshopbericht S. 11, Hervorhebungen von mir) Stellen die 8 ha ehemaliger Douglasienwald etwa „kleinere Einzelflächen“ dar?

Angeblich waren es die Teilnehmer am Workshop, die empfohlen haben, „mindestens 10% der Bäume als stehendes und / oder liegendes Totholz (zu) belassen“. Dies diene „zur Erhaltung struktureller Naturwald-Eigenschaften“ (Workshopbericht, S. 12, Hervorhebungen von mir). So mancher der teilnehmenden Professoren mag sich vielleicht im nachhinein wundern, was er da so alles gesagt haben soll.

Douglasie_2„Struktureller Naturwald“ laut Workshop „Wald in Entwicklung“

 

Die Sorge um die Eiche auf dem Desinformationsschild ist geheuchelt: Auf diesem Kahlschlag werden niemals Eichen wachsen – es sei denn, man würde die gesamte Fläche mit einem stabilen Zaun umgeben und Eichen anpflanzen. Die Reh- und Rotwilddichten in der Eifel sind viel zu hoch: Eichenkeimlinge werden sofort gefressen. Billige Hordengatter werden als Schutz nicht ausreichen:

HordengatterZerstörtes Hordengatter an der L 249, Ecke B 265

Man darf im übrigen gespannt sein, was die Nationalparkverwaltung machen wird, wenn die Buche in die „naturschutzfachlich wertvollen“ (Workshopbericht S. 12) Eichenwälder einwandert und die Eiche verdrängt. Nur an steinigen, trockenen und sonnigen Hängen hat die Eiche langfristig eine Chance gegen die Buche, die sie ansonsten überwächst und ihr das Licht wegnimmt. Die potentielle natürliche Vegetation am Kermeter ist ein Buchen-, kein Eichenwald. (vergleiche Uta Schulte, Buche in Naturwaldzellen auf dem Vormarsch, in: Landesbetrieb Wald und Holz NRW, 40 Jahre Naturwaldforschung in Nordrhein-Westfalen, Münster 2013, S. 36-47).

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Schluss

Dieser Kahlschlag fand in aller Öffentlichkeit statt: die L 249 ist eine vielbefahrene Landstraße zwischen Gemünd und Heimbach. Täglich kommen hier Hunderte Autos vorbei. Am Wochenende mutiert die Kermeterhöhenstraße zusätzlich zur Rennstrecke für Hunderte von Motorradfahrer. Auch bei Fahrradfahrern ist die Landstraße beliebt: die Abtei Mariawald liegt in unmittelbarer Nähe. Trotzdem hat sich in der Bevölkerung kein Protest geregt. Kein Naturschutzverband hat protestiert. Der Förderverein Nationalpark Eifel blieb stumm. Die Nationalparkverwaltung kann wirklich machen, was sie will.

Links

Zum Douglasienproblem siehe auch folgenden 3 Webseiten:

 

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