Protestbrief an die Tourist-Information Ramsau

Am 16. Oktober 2017 habe ich an die Tourist-Information Ramsau den folgenden Protestbrief geschrieben:

Tourist-Information Ramsau
Im Tal 2
83486 Ramsau

Kritik nach Aufenthalt in Ramsau

Sehr geehrte Damen und Herren!
In einer Email, die ich letzte Woche erhalten habe, bitten Sie mich um eine Bewertung unserer Unterkunft in Ramsau. Sie schreiben, dass Sie sich auf meine ehrliche Meinung freuen würden. Nun – die Unterkunft im Haus Georgi war völlig unproblematisch. Wir fanden das Ehepaar Fernsebner sogar ausgesprochen nett und würden jederzeit wiederkommen. Aber sonst hat uns so viel an Ramsau und Berchtesgaden gestört, dass wir in Zukunft einen großen Bogen um das Berchtesgadener Land machen werden. Darüber werde ich auch in meinem Internetblog schreiben, möchte Sie aber um eine Stellungnahme bitten. Es geht vor allem um zwei Dinge:

  1. Massentourismus in Berchtesgaden
  2. Japanerflut in Berchtesgaden und insbesondere in Ramsau

zu 1. Massentourismus in Berchtesgaden
Ich hatte Sie im Februar angerufen und Sie extra gefragt, wann es im Berchtesgadener Land ruhiger ist und nicht überlaufen. Sie hatten mir ausdrücklich die Zeit nach den Schulferien im Sommer empfohlen. Leider haben Sie vergessen zu erwähnen, dass es im Berchtesgadener Land immer voll ist. Das merkten wir gleich bei der Anreise auf dem überfüllten Busbahnhof und auch gleich am ersten Tag im Bus nach Hintersee, der so überfüllt war, dass wir stehen mussten. Fortan war es überall voll: in den Hütten, auf den Almen, auf den Wanderwegen und erst recht am Obersalzberg und am Königssee. Der Titel „Bergsteigerdorf“ ändert daran leider gar nichts, denn das gesamte Umfeld ist auf Massentourismus eingestellt.

zu 2. Japanerflut in Berchtesgaden und in Ramsau
Japaner im Louvre in Paris, am Kölner Dom oder am Markusplatz in Venedig – das war mir und meiner Frau bekannt. Das ist quasi normal und damit rechnet man. Aber dass man im Bus zum und im Schiff auf dem Königssee als Deutscher quasi allein unter Japanern ist, macht fassungslos. Und dass Japaner die Ramsauer Dorfkirche zum Nationalheiligtum erklärt haben und dort von morgens bis abends in Gruppen auftauchen und Fotos und Selfies in allen möglichen Variationen machen – das war uns neu und damit hatten wir nicht gerechnet. Sogar im Bus wird die Kirche zweisprachig angekündigt: „Ramsau Kirche – Ramsau Church“. Wir waren durch den Rummel der Japaner in Ramsau genervt, verstört und befremdet. Das Ehepaar Fernsebner konnte uns die Invasion der Japaner in Ramsau nicht erklären. Dass die CSU in Bayern ständig Obergrenzen für Flüchtlinge fordert und von deutscher Leitkultur und Heimat fabuliert, gleichzeitig die Touristenschwemme aus Japan aber im Berchtesgadener Land offenbar überhaupt kein Problem darstellt, macht sprachlos.

Für eine Stellungnahme noch in diesem Jahr wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen