Naturzerstörung durch den Neubau der Jennerbahn

„Gerade in den letzten Jahren ist verstärkt eine Entwicklung festzustellen, die sich vielfach nur noch am Kommerz und der kurzfristigen Vermarktung einer Kulisse orientiert. Jeder Investition, die kurzfristigen Profit oder vielleicht auch nur Fördergelder verspricht, wird ohne Rücksicht auf Verluste das Feld geebnet.“
Hubert Weiger und Christine Margraf1

Einleitung

Im Oktober 2017 wollen meine Frau und ich zum Jenner wandern, dem 1.874 m hohen Hausberg von Schönau am Königssee. Wir geraten mitten hinein in die Großbaustelle der neuen Jennerbahn. Die alte Mittelstation ist abgerissen und eine riesige neue Station wird gebaut.

Ein Betonmischfahrzeug nach dem anderen überholt uns.

Staubwolken hüllen uns ein. Wir schlucken Staub. An der Mitterkaseralm werden wir von zwei Betonmischfahrzeugen regelrecht eingeklemmt.

Neue breite Straßen für die tonnenschweren Monster sind in den Berg hinein gebaut worden.

Gigantische Mengen an Gestein sind ausgebaggert. Anderswo werden sie aufgeschüttet.

Wiesen sind aufgerissen.

Wald ist abgeholzt. Entnervt brechen wir die Wanderung ab.

Die Naturzerstörung durch den Neubau der Jennerbahn ist nicht das Werk anonymer Mächte. Schuld ist nicht „der“ Tourismus, „die“ Technik, „die“ Politik, „die“ Wirtschaft oder „der“ Neoliberalismus. Naturzerstörung ist immer die Folge ganz konkreter Entscheidungen ganz konkreter Personen. Wer ist verantwortlich? Welche Entscheidungen wurden gefällt?

Bei meiner Recherche stoße ich auf die Entscheidungsträger: Hannes Rasp, der Bürgermeister von Schönau, ist für den Neubau der Jennerbahn ebenso verantwortlich wie der österreichische Multimillionär Peter Hettegger und die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Je mehr ich in alten Zeitungsartikeln stöbere, umso deutlich wird: Bei der Jennerbahn hätte alles ganz anders kommen können. Die Einstellung ihres Winterbetriebs war ebenso möglich wie ihr völliger Ruin.

Die Seite ist gegliedert in folgende Abschnitte:

  1. Liste von Nachrichten zum Neubau der Jennerbahn
  2. Videos zum Neubau der Jennerbahn
  3. Die Vorgeschichte des Neubaus der Jennerbahn
  4. Großoffensive gegen die Natur
  5. Subventionierung des Neubaus mit 10,5 Mio. € Steuergeld
  6. Ein Kredit für 372 Jahre
  7. Ohnmacht des Bund Naturschutz

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  1. Vorwort zu Karl Stankiewitz, Wie der Zirkus in die Berge kam – Die Alpen zwischen Idylle und Rummelplatz, München 2012 []