Winterwanderung zum Rachel

1. Was bedeutet Sukzession?

Fangen wir mit dem Fachbegriff an, der bei Swanson eine große Rolle spielt: Sukzession. In einem Biologielehrbuch für die gymnasiale Oberstufe steht dazu:

„Ein Wald, der z. B. durch einen Kahlschlag oder Windwurf vernichtet wurde, wächst in wenigen Jahrzehnten wieder heran. Dabei lösen sich im Laufe der Zeit verschiedene Lebensgemeinschaften ab. Diese nicht jahreszeitlich bedingte Abfolge von Biozönosen [= Lebensgemeinschaften] nennt man Sukzession.“1

Das klassische Beispiel für Sukzession in Schulbüchern ist die Wiederbesiedlung von Kahlschlägen.

Sukzession

Sukzessionstadien eines Waldes (Autor des ursprünglichen Bildes ist Joshfn von Wikimedia Commons, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Vier Biozönosen folgen nacheinander auf den Kahlschlag:2

  1. Kraut-Grasflur mit z. B. Brennnesseln, Kreuz- und Berufskraut, Weidenröschen und Adlerfarn,
  2. Gebüschvegetation mit z. B. Brom- und Himbeere und Holunder,
  3. Pionierwald mit z. B. Birke, Zitterpappel, Weide und Vogelbeere,
  4. Klimaxwald mit z. B. Eiche und Buche

Es ist im übrigen bezeichnend, dass Schulbücher fast immer den Kahlschlag als Ausgangsstadium wählen. Weil dieser bereits nach nur 20 Jahren wieder vom einem Pionierwald bewachsen wird, lautet der heimliche Lehrplan für die Schüler: Ein Kahlschlag ist etwas völlig natürliches. Er gehört zu den Sukzessionsstadien dazu.3 Ein Kahlschlag ist nicht schlimm. Swanson wird das anders sehen.

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  1. Ekkhard Philipp, Bernhard Verbeek (Hg.), Ökologie – Materialien für den Sekundarbereich II Biologie, Hannover 1998, S. 120, Fettdruck im Original []
  2. siehe Abb. 121.1 im oben genannten Ökologie-Schulbuch []
  3. In der Abbildung 121.1 im Ökologie-Schulbuch bildet er das erste Sukzessionsstadium: Kahlschlag – Kraut-Grasflur – Gebüschvegetation –  usw. usf. []