Riesenkahlschlag am Lackenberg

Der Nationalpark als Kahlschlagmaschine

Am 19. Januar 2007 wirft Kyrill im Falkenstein-Rachel-Gebiet 412 ha Wald um. Davon werden nur 98 ha liegen gelassen1 . Die dreifache Menge wird kahlgeschlagen:

1. Naturereignis: Orkan Kyrill

 Flächen
umgeworfene Flächen412 ha
kahlgeschlagene Flächen304 ha
entrindete Flächen10 ha
nicht aufgearbeitete Flächen98 ha

 

Zwei Jahre später bricht der Borkenkäfer aus den nicht geräumten Windwürfen aus2. Die folgende Tabelle zeigt die Größe der wegen des Borkenkäfers kahlgeschlagenen Fichtenwälder:

JahrKahlschläge wegen Borkenkäfer
2009169 ha
2010249 ha
2011116 ha
Summe534 ha

 

2. Naturereignis: Wirbelsturm

Am 13. Juli 2011 fegt ein Wirbelsturm über den Nationalpark.

 Flächen
umgeworfene Flächen231 ha
kahlgeschlagene Flächen189 ha
entrindete Flächen0 ha
nicht aufgearbeitete Flächen42 ha

 

Die Summe der kahlgeschlagenen Windwürfe präsentiert die folgende Tabelle:

WindwurfKahlschläge wegen Windwurf
Kyrill304 ha
Wirbelsturm189 ha
Summe493 ha

 

Die nächste Tabelle zeigt die Summe aller Kahlschläge:

 Fläche
Kahlschlag wegen Borkenkäfer534 ha
Kahlschlag wegen Windwurf439 ha
Summe1.027 ha

 

1.027 ha Kahlschläge in nur vier Jahren. Das sind aber beileibe noch nicht alle Kahlschläge im Falkenstein-Rachel-Gebiet. Im Jahr 2005 gab es davon schon 105 ha und 2005 und 2006 kamen jeweils „weniger als 14 ha“3 hinzu:

 

JahrKahlschläge
vor 2005105 ha
200513 ha
200613 ha
2007-20111.027 ha
Summe1.158 ha

Marco Heurich und seine Mitstreiter können nicht rechnen: Sie kommen nur auf 1.045 ha4.

 

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  1. Zahlen siehe: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald (Hg.), Waldentwicklung im Nationalpark Bayerischer Wald in den Jahren 2006 bis 2011 – Von Marco Heurich, Franz Baierl und Thorsten Zeppenfeld, Grafenau 2012, S. 13 ff. []
  2. ebd., S. 10 f., Abb. 2 []
  3. ebd., S. 13 []
  4. ebd., S. 14 []