Riesenkahlschlag am Lackenberg

Schluss – Boykott

1974 war Prof. Plochmann noch optimistisch: Genau wie Bibelriether und Sperber glaubte er in den 70er Jahren, man könne der Natur „nachhelfen“. Plochmann wollte den Wald „schneller und leichter an das gewünschte Ziel zurückführen“. Er sprach davon, „Weichen für die Reise zu stellen“ und „die Länge des Wegs abzukürzen … zurück zum Urwald“. Aber selbst der optimistische Plochmann stellt drei Bedingungen für die Holznutzung auf:

„1.
Es müsste heute und definitiv gesagt werden, wie lange diese Nutzung noch andauern soll. 20, im allerhöchsten Fall 25 Jahre wären die äußerste Grenze. Was bis dahin nicht geschafft ist, mag man getrost Mutter Natur überlassen.
2.
Die Nutzungsmassen sollten während dieser Auslaufspanne kontinuierlich ermäßigt werden.
3.
Holzentnahmen und Maßnahmen sollten allein dort getroffen werden, wo dies am notwendigsten und am hilfreichsten ist. Das schließt Nutzungen in allen Altbeständen aus.“ 1

Die Nationalparkverwaltung hat jede dieser „unerlässlichen Voraussetzungen“ mit Füßen getreten.

Plochmann warnt:

„Um in Wirtschaftswäldern spazieren gehen zu können, bedarf es keiner weiten Fahrt. Dieses Erlebnis steht jedem Bundesbürger keine 30 km vor seiner Haustüre zur Verfügung.“ 2

Ich werde keine weiteren Wanderungen im nördlichen Teil des Nationalparks zwischen Falkenstein und Rachel machen. Ich werde im Norden auch nicht mehr übernachten: weder in Zwiesel, noch in Frauenau, Lindberg, Ludwigsthal, Zwieslerwaldhaus oder Bayerisch Eisenstein. Diesen Teil des Nationalparks werde ich in Zukunft boykottieren.

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  1. Richard Plochmann, Nationalpark am Scheideweg, in: Nationalpark 2/76, S. 10 []
  2. a.a.O., S. 8 []