Großkahlschlag am Vorderscheuereckbach

„Ich fordere […] eine offensive
Borkenkäferbekämpfung, die nicht nur auf dem Papier steht.“
Helmut Brunner in der Sitzung des Bayerischen Landtags vom 10.7.1997

Einleitung

Im Oktober 2015 stolpere ich zufällig auf einen über 5 ha großen Kahlschlag am Vorderscheuereckbach nordöstlich des Dorfes Spiegelhütte.

Bei meinen Recherchen zu den Hintergründen mache ich eine verstörende Entdeckung: Ich habe zunächst den Eindruck, dass der Großkahlschlag gegen den Nationalparkplan verstößt. Dieser erlaubt zwar nach einer ersten Lektüre fast überall im Erweiterungsgebiet Kahlschläge, nicht aber am Vorderscheuereckbach.

Ich werde in diesem Artikel also zunächst schrittweise mit Hilfe offizieller Dokumente begründen, warum ich zu dem Eindruck kam, dass dieser Großkahlschlag gegen den Nationalparkplan verstößt.

Ich habe mich dann an Manuel Köppl gewandt, den Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im NLP, und ihn um eine offizielle Stellungnahme gebeten. Köppl weist mich darauf hin, dass ich einem Irrtum erlegen bin: Ich habe einen Satz im Nationalparkplan überlesen. Und dieser eine Satz – genauer gesagt: zwei Worte in diesem Satz – erlauben den Kahlschlag.

Nichtsdestotrotz halte ich diesen Satz für falsch und ich werde begründen, warum es keine zwingende Gesetzesgrundlage für den Kahlschlag gab.

Die Seite ist gegliedert in folgende Abschnitte:

 

Anfahrt und Wanderweg

Der Großkahlschlag am Vorderscheuereckbach liegt abseits der ausgeschilderten Wanderwege. Der normale Wanderer bekommt ihn nicht zu Gesicht. Der Sauerklee-Weg von Spiegelhütte zum Schachtenhaus führt 500 m östlich daran vorbei. Ich bin zufällig auf ihn gestoßen, weil ich den Harvester gesucht habe, der im Oktober 2015 im Scheuereckriegel Douglasien fällte. Aber das gehört zu einer anderen Geschichte.

Topokarte_TotenschaedelQuelle: Topographische Karte von Outdooractive

Sie finden den Kahlschlag folgendermaßen: Wenn Sie vom Dorf Spiegelhütte aus den Sauerklee-Weg zum Schachtenhaus gehen, überqueren Sie mehrfach gut ausgebaute Forstwege. Der zweite Forstweg, den Sie queren, nennt sich Hechtleinfahrbahn. Auf der Karte oben ist die Wegkreuzung mit einem roten X markiert. Folgen Sie diesem Forstweg nach links, d. h. nach Norden, dann sehen Sie schon bald links des Wegs vom Sturm geworfene Buchen. Kurz danach stoßen Sie in einer großen Linkskurve auf den Kahlschlag. Die Karte nennt das Gebiet Altes Gefäll. Dass der Berg Am Totenschädel nicht weit entfernt ist, passt zu diesem gruseligen Ort.

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