Urwaldrest Mittelsteighütte

Saubere Forstwirtschaft im Königreich Bayern

Anfang des 19. Jahrhunderts kaufte der bayerische Königreich den Glashüttenmeister den Wald ab. Die Glasmacher hatten ihn wie einen Plenterwald bewirtschaftet: Einzelne dicke Stämme wurden bei Bedarf gefällt. In den Lücken erneuerte der Wald sich von selbst durch Naturverjüngung.

 

Von der nun beginnenden Forstwirtschaft des Königreichs Bayern hält Sperber wenig:

„Die Urwaldbestände mit ihren gewaltigen Massen an lebenden Bäumen und Urholz wurden ‚ordentlich aufgeräumt‘ und kräftig aufgelichtet. Die ungleichartigen Bestandsstrukturen, deren Wesen mehrhundertjährige Baumriesen bestimmten, wurden nach dem Normalwald-Modell klassischer Forstwirtschaft zu gleichaltrigen Altersklassenforsten umgebaut. Der Urwald sollte dem Allerweltsforst nach Försterart weichen.“1

Als ehemaliger stellvertretender Leiter des NLP Bayerischer Wald weiß Sperber, wovon er spricht: Wandert man beispielsweise heute von der Lindbergmühle auf der Falkensteiner Straße und dem Schillerweg zum Zwieslerwaldhaus, kommt man auf der gesamten Strecke stundenlang nur durch solche Allerweltsforste.

 

Sperber zitiert den Waldbau-Professor Nikolaus Köster: „Der Innere Bayerische Wald ist ein vollständiges Register forstlicher Todsünden.“

 

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  1. Sperber, S. 16 []