Urwaldrest Mittelsteighütte

Das Mosaik-Zyklus-Konzept

Göppert beschreibt zutreffend die Verjüngung von Urwäldern nach dem Mosaik-Zyklus-Konzept: „Eine reiche Vegetation krautartiger Gewächse sowie eine unzählige Menge jüngerer Buchen, Fichten und Tannen, freilich im gedrückten Zustande, füllen die Zwischenräume zwischen jenen Riesen aus, die sich aber bald üppig entwickeln, wenn durch Zufall oder Absicht einige der stark beschatteten Kolosse umstürzen und sie dadurch freien Horizont gewinnen. Sie suchen dann bald nachzuholen, was sie früher zu versäumen genötigt wurden.“

 

„Auf diese Weise findet fortdauernd eine allmähliche Verjüngung der alten Buchen-Weißtannenbestände statt, und man hat nicht erst nötig anzunehmen, dass in langen Perioden, wie etwa in 4-500 Jahren, ein totaler Wechsel des Nadel- und Buchenbestandes erfolgt.“

 

Sperber weist darauf hin, dass von Göppert die erste Definition des Begriffs Urwald stammt: „Wir verstehen darunter einen Wald, von welchem man noch niemals versucht hat irgendeine Nutzung zu ziehen, in welchem die gesamte Vegetation sich in einem Zustand befindet, wie er seit Jahrtausenden, ja vom Anfang an gewesen, in dem also die Natur ungestört die riesenhaftesten Holzkörper bildete und wieder zerstörte.“

 

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