Der Urwaldsteig bei Bayerisch Eisenstein

Schluss

Bei der Eröffnung des Urwaldsteigs vor 10 Jahren sagte der damalige NLP-Chef Karl-Friedrich Sinner zu den geladenen Gästen1Dazu zählten laut PNP Vermieter, NP-Bedienstete, Mitarbeiter und Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtungen Zwiesel und Schweinhütte, einige Kommunalpolitiker aus dem gesamten Landkreis, MdL Eike Hallitzky und Bürgermeister Thomas Müller.:

„Hier entsteht eine bunte, farbige Welt voller Leben, weil der Wald wieder seine Freiheit hat.“

Sinner hat Recht – teilweise: Ja, der Wald hat hier seine „Freiheit“ wieder. Und „voller Leben“ ist er natürlich auch. Aber ob die entstehende Welt „bunt“ und „farbig“ ist, sei dahingestellt. Wahrscheinlich muss man so einen Quatsch erzählen, wenn man vor geladenen Gästen spricht.

Auch Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Bundestag, erzählt gerne Quatsch. Hofreiter wanderte am 30. April 2019 auf dem Urwaldsteig. Damit ist er vermutlich der einzige hohe Politiker in den letzten 10 Jahren, der jemals den Urwaldsteig besucht hat. Das ist lobenswert! Trotzdem erzählte Hofreiter Quatsch. Er redete nicht über den Kahlschlag am Hochfels oder über die Borkenkäferbekämpfung im NLP oder den Bergmischwald im Felsgebiet Johannisruh. Er redete über das, worüber zur Zeit alle Politiker reden: Klimawandel, Artensterben, Weltuntergang.2siehe Anton Hofreiter: „Wir brauchen mehr Nationalparke“, Passauer Neue Presse vom 30.4.2019

Ein Wunder, dass Hofreiter sich nicht zu der Behauptung verstiegen hat, die abgestorbenen Buchen im Felsgebiet Johannisruh oder am Hochberg seien ein Opfer des Klimawandels! Ein Wunder, dass er nicht vom „Kollaps“ der Fichten im NLP sprach und  einen „Waldumbau“ in „Naturwälder“ forderte oder einen „Waldzukunftsfonds“! Ein Wunder, dass er keinen „Waldgipfel“ in Bayerisch Eisenstein forderte! 3Alle Zitate stammen aus dem Artikel Göring-Eckardt will eine „Urwald-Offensive“ für Deutschland in der WELT vom 1.8.2019 Nein, er forderte:

„Wir brauchen mehr Nationalparke.“

Der amerikanische Autor Ted Nordhaus nennt solche Forderungen „leeren Radikalismus“. Ich schließe mich dem an.4siehe dazu Nordhaus, Ted. “The Empty Radicalism of the Climate Apocalypse.” Issues in Science and Technology 35, no. 4 (Summer 2019): 69–78.

Nachtrag

Im zweiten Exkurs hatte ich davon erzählt, dass mich beim Lesen des Bayerwald-Boten die Befürchtung überkam, ich sei in die Truman-Show hineingeraten. Die Befürchtung hielt an. Denn tags drauf brachte der Bayerwald-Bote folgende Meldung:5Söder will Millionen Bäume fürs Klima pflanzen, PNP vom 10.7.2019

Darin der Satz:

„Im Mittelpunkt [der Bayerischen Staatsforsten] stünde künftig nicht mehr, Gewinne für den Staatshaushalt zu erwirtschaften, sondern das zu erwirtschaften, was notwendig ist, um möglichst viele Bäume auf Staatsgrund zu pflanzen.“

Es ist wirklich unheimlich!

Nach oben
Zurück zur Einleitung