Desinformationsschilder

„Ich bin überzeugt, dass der eingeschlagene Weg, der in gleicher Weise die Belange des Naturschutzes und der örtlichen Bevölkerung berücksichtigt, der richtige ist.“
Marcel Huber, Staatsminister für Umwelt und Gesundheit1

 

Verstrickt in Widersprüche

Der Autor des Informationsschildes merkt nicht, dass er sich heillos in Widersprüche verstrickt: Auf der einen Seite behauptet er, dass der Borkenkäfer „bei der natürlichen Waldentwicklung … eine wichtige Rolle“ spielt:

Veraenderung

 

Auf der anderen Seite wird hat der Nationalpark die Aufgaben, ihn „einzudämmen“ und „seine Ausbreitung … zu verhindern“. Das böse Wort vom Kahlschlag wird bewusst vermieden. Stattdessen spricht man von „aufarbeiten“ und „entfernen“:

Schutz

 

Die natürliche Waldentwicklung wird also gerade verhindert. Der Satz „Leben ist Veränderung“ gilt nicht für den Bergfichtenwald. Er darf sich gerade nicht verändern. Wenn er krank und schwach wird, so dass Borkenkäfer ihn befallen oder Stürme ihn umwerfen, wird er abgeräumt. Am Standort des Schildes hat der damalige Nationalparkleiter Karl-Friedrich Sinner 50 ha kahlschlagen lassen.

Es ist eine glatte Lüge, dass in den Entwicklungszonen die „Entwicklung eines naturnahen Waldes gefördert“ wird. Wenn der Bergfichtenwald am Ruckwiesberg sind „naturnah entwickeln“ dürfte, würden die vom Wind geworfenen Fichten vom Borkenkäfer befallen werden und absterben. Der winzige nicht aufbereitete Windwurf am sogenannten Windwurf-Erlebnisweg vermittelt davon einen blassen Schimmer:

 

Und so „fördert“ die Nationalparkverwaltung die „naturnahe Entwicklung“:

 

Die Nationalparkverwaltung hat die Chuzpe, Riesenkahlschläge als „naturnah“ zu verkaufen. Warum bis 2027 die Natur nicht Natur sein darf, wird nicht erklärt. Das kann man auch niemandem erklären.

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  1. Antwort an die Umweltverbände vom 20. März 2012 []