Zeitschrift „natur“: Hammer des Monats

Einleitung

Im Oktober 1998 verlieh die Zeitschrift natur Karl-Friedrich Sinner den „Hammer des Monats“. Sinner war zu diesem Zeitpunkt seit eineinhalb Jahren neuer Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald.1 Der Artikel mit dem Titel „Wie die Axt im Walde“ sorgte damals für großes Aufsehen und löste in der Nationalparkverwaltung erhebliche Verunsicherung aus: Dass Nationalparkgegner den Park kritisierten, daran hatte sich die Verwaltung in den 28 Jahren seit dessen Gründung gewöhnt. Aber dass Nationalparkbefürworter den Park kritisierten, war völlig neu. Und nach der Fernsehreportage von Horst Stern „Bemerkungen über einen sterbenden Wald“ vom November 1997 war dies nun schon das zweite Mal innerhalb eines Jahres, dass der Nationalpark im Zentrum der Kritik von Umweltschützern stand.

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Der Hammer des Monats

Sie können den Originaltext des Artikels samt zugehöriger Karikatur hier als PDF-Datei herunterladen: Wie die Axt im Walde. Bemerkenswert an dem Artikel von Manfred Kriener ist nicht nur die Schärfe der Kritik, sondern auch, dass mit Karl Friedrich Sinner der Name des verantwortlichen Försters genannt wird. Das ist normalerweise tabu. Namen werden in Naturschutzzeitschriften und von Naturschutzorganisationen in der Regel nicht genannt.

Ein Beispiel ist die Pressemitteilung des Bund Naturschutz in Bayern vom 15. Dezember 2014 „Alte, schützenswerte Wälder im Hohen Buchenen Wald„. Einer der wichtigsten Strippenzieher im Steigerwald ist Ulrich Mergner, Leiter des Ebracher Forstamts. Sein Name wird im Text nicht erwähnt. Er taucht nur versteckt in einer Fußnote auf. Die Namen der „BaySF-Vertreter“, die die mangelnde ökologische Qualität des Hohen Buchenen Waldes kritisieren, werden gleich ganz verschwiegen. Lieber redet man pauschal von „den BaySF“. Der Bund Naturschutz scheut die personale Auseinandersetzung. Die Zeitschrift natur im Oktober 1998 nicht.

 

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  1. Am 1. April 1998 (sic!) hatte Sinner den langjährigen Leiter Hans Bibelriether abgelöst, der in Pension ging. []