Banfebachtal

Windwurfflächen

Die Wanderung führt an drei Windwurfflächen vorbei, die mehrere Hektar groß sind. Am 17. und 18. Januar 2007 warf Kyrill dort Fichtenwälder um. Auf der Waldinventurkarte sind diese Flächen hellblau gekennzeichnet: Missverständlicherweise werden sie von Hessen-Forst als Fichtenjungbestände inventarisiert.

 

Windwurffläche am Fahnentriesch

Der erste Windwurffläche liegt östlich des Wegs am Fahnentriesch und ist 16,3 ha groß. Die Waldabteilungen haben die Nummern 255 und 258. Auf ihnen liegen 1845 Fm Totholz,  Die Zahlen stammen von Daniel Seitz, der im Jahr 2008 die Nutzung durch Windwurfflächen durch Vögel im Nationalpark untersucht hat. Seitz führt diese Windwurffläche unter der Abkürzung „F1“ (siehe Abbildung 2). Das Totholz wurde nach dem Sturm nicht geräumt. Proteste dagegen, wie sie im Nationalpark Bayrischer Wald an der Tagesordnung sind, gab es nicht. In der Umgebung gibt es schlicht keine privaten Fichtenwälder, die durch Massenvermehrung des Borkenkäfers hätten geschädigt werden können. Profitiert vom vielen Totholz haben nachweislich die Vögel, von denen Seitz besonders die folgenden erwähnt:

Vögel auf Windwurfflächen (Quelle: Wikipedia)

 

Seitz unterscheidet auf Windwurfflächen die Strukturtypen A-F (siehe Tabelle 3):

„Die Strukturtypen mit dicht liegendem Totholz (B, D) scheinen insgesamt, wie auch zur Reviergründung für Brutvögel, am attraktivsten zu sein (Tab. 5).“

Im stehenden und liegenden Totholz finden die Vögel Nahrung, Brutorte und Schutz vor Feinden. Dabei spielt besonders das starke, d. h. dicke Totholz eine wichtige Rolle:

„Utschick (1991) stuft die Bedeutung von starkem Totholz für Vögel als zwei- bis dreimal wichtiger als die von schwachem Totholz ein.“

Ich betone dies deswegen, weil in Wirtschaftswäldern nach Windwürfen natürlich gerade die starken Fichten aus finanziellen Gründen geräumt werden.

 

Windwurffläche am Arensberg

Die zweite Windwurffläche liegt westlich des Wegs am Arensberg. Die Waldabteilung hat die Nummer 290.

 

 

Windwurffläche am Elisabether Platz

Auch am Elisabether Platz hat Kyrill hektarweise Fichtenwälder umgeworfen. Die Waldabteilung auf der Waldinventurkarte trägt die Nummer 73 B.

 

Bei dieser Fläche fällt auf, wie wenige junge Pionierbäume (Birke, Aspe, Vogelbeere) hier wachsen. 6 Jahre nach Kyrill sollten hier z. B. eigentlich massenhaft junge Birken wachsen und mittlerweile 2 m hoch sein (vergleiche die Fotos zur Windwurffläche am Fahnentriesch). Unnatürlich hohe Wildbestände sorgen hier für eine steppenähnliche Graslandschaft.

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