Faktencheck: Politiker

In elften und vorletzten Teil meiner Artikelserie zum Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach widme ich mich den Aussagen von Ulrich Mergner über Politiker. Mergner provoziert ganz bewusst: Nationalparke sind bei ihm Abfallprodukt Wahlen sichernder Kalküle“. Es geht Politkern „immer weniger“ um „fachliche Kriterien“. Ich überprüfe, ob das stimmt.

Außerdem schimpft Mergner über „Politker vor Ort“, die im Nationalpark „nur den touristischen Aspekt“ sehen. Deshalb untersuche ich die millionenschwere Bautätigkeit der BaySF in Handthal und Ebrach, die selbstverständlich nichts, aber auch gar nichts mit Tourismusförderung zu tun hat. Und ich vergleiche Übernachtungszahlen im Steigerwald mit denen der beiden benachbarten UNESCO-Weltkulturerbestädten Würzburg und Bamberg. Das Ergebnis ist niederschmetternd für den Steigerwald: Würzburg und Bamberg haben dreimal mehr Übernachtungen pro Einwohner.

Nachhaltigkeit_erleben„Nachhaltigkeit erleben“ im von den BaySF gebauten Steigerwald-Zentrum

Hier geht es zu meinem Artikel: Faktencheck – Politiker.

Trittsteine im Forstbetrieb Ebrach

Bereits vor zwei Wochen hatte ich mich kritisch mit der Stellungnahme von Ulrich Mergner zum Geschützten Landschaftsbestandsbestandteil (GLB) im Steigerwald auseinandergesetzt. Bei meinem zweiten Artikel konzentriere ich mich auf das Kapitel der Stellungnahme, das Mergner den Trittsteinen im Schutzgebiet widmet.

Es gehört zu den zahllosen Merkwürdigkeiten in der Diskussion um den GLB, dass dieses Trittsteinkonzept zwar in aller Munde ist, aber niemand weiß, wie viele Trittsteine es im GLB eigentlich gibt, geschweige denn, wo die Trittsteine eigentlich genau liegen und welche Bedingungen ein Waldstück erfüllen muss, damit es überhaupt ein guter Trittstein ist. Mit diesen Fragen beschäftigt sich mein neuer Artikel. Unter anderem liefere ich eine Karte und eine Tabelle aller Trittsteine im Geschützten Landschaftsbestandteil, die ich mit Hilfe der offiziellen Webseite der Bayerischen Staatsforsten – so gut es eben ging – erstellt habe. Ich komme u. a. zu dem Schluss, dass sehr viele Trittsteine im GLB viel zu klein und zu jung sind.

Hier geht es zu meiner ausführlichen kritischen Analyse: Trittsteine in der Stellungnahme Ulrich Mergners. Zum ersten Mal biete ich auch eine PDF-Datei an: Die Trittsteine im Geschützten Landschaftsbestandteil – Kritik an der Stellungnahme Ulrich Mergners.

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Kritik an der Stellungnahme von Ulrich Mergner

Immer, wenn forstliche Laien die Frechheit besitzen, sich in die Belange eines Forstbetriebs einzumischen, haut dessen Chef erst einmal eine sogenannte Stellungnahme heraus. Diese ist für gewöhnlich gespickt mit forstlichem Fachchinesisch und jeder Menge Zahlen. Am Schluss kommt der Chef dann immer zu dem Ergebnis, dass der Laie ein Vollidiot ist, der sich nicht in Dinge einmischen sollte, von denen er keine Ahnung hat. Denn Ahnung hat immer nur der Chef. So auch in Ebrach.

Wenige Wochen, nachdem bekannt geworden war, dass der forstliche Laie und Landrat Günther Denzler knapp 800 ha des Forstbetriebs Ebrach unter Schutz stellen und dort die Holznutzung verbieten wollte, veröffentlichte dessen Chef Ulrich Mergner eine Stellungnahme mit ganz viel Fachchinesisch und noch mehr Zahlen.

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Ich möchte exemplarisch ein Kapitel unter die Lupe nehmen und für den forstlichen Laien verständlich erklären. Hier geht es zu meinem Artikel: Alter der Buchenwälder im Fachgutachten von Ulrich Mergner.

Fehlerkorrektur: Trittsteine doch online

In meinem Artikel Faktencheck: Naturwaldreservat Waldhaus vom 21. Dezember 2015 hatte ich folgendes behauptet:

„Nicht einmal für seinen eigenen Forstbetrieb legt Mergner die Karten offen auf den Tisch: Die Lage der Trittsteine kann im Internet nicht eingesehen werden. Diese Geheimniskrämerei ist unerträglich!“1

Das ist falsch. Trittsteine gehören ja zu den Klasse-1-Wäldern.2 Und die Lage der Klasse-1-Wälder der Bayerischen Staatsforsten kann auf deren Homepage eingesehen werden: Klasse-1-Wälder in Bayern. Wenn Sie dort auf der Karte oben rechts „Vollbildmodus“ und oben links „Satellit“ anklicken und dann auf Ebrach zoomen, sehen Sie das folgende Bild:

Trittsteine_EbrachDie gelbe Beschriftung der beiden Naturwaldreservate Waldhaus und Brunnstube und des Ortes Ebrach stammen von mir. Die kleinen grünen Bäumchen zeigen die Lage der Klasse-1-Wälder bzw. eben der Trittsteine an. Weiterlesen

  1. Wie steht es um den Schutz der Urwaldreliktarten in Bayern? []
  2. zur Einteilung der Wälder in Klassen siehe Die 4 Waldklassen im Naturschutzkonzept der Staatsforsten []

Hans Stadler – Waldschutz in Unterfranken

Über die wichtige Rolle von Hans Stadler auf dem 1. Deutschen Naturschutztag in München 1925 hatte ich bereits berichtet: Der Streit um ein Waldschutzgebiet auf dem erstem Deutschen Naturschutztag 1925. Hier folgt nun der klassische Aufsatz von Stadler über Waldschutz in Unterfranken. Er erschien vor genau 90 Jahren in den Blättern für Naturschutz und Naturpflege, der Zeitschrift des Bund Naturschutz in Bayern. An Aktualität hat der Aufsatz nichts verloren:

Faktencheck: Exakte Daten über den Wald

Es folgt der zehnte Teil meiner Artikelserie zur Kritik des Trittsteinkonzepts des Forstbetriebs Ebrach. In seinem Aufsatz „Waldtrittsteine statt Großschutzgebiete“ ärgert sich Betriebsleiter Mergner über die Kartierung von Greenpeace im Spessart:

„Bäume mit Kluppe, Maßband und GPS-Gerät zu vermessen – wie Greenpeace das im Spessart praktiziert hat – ist genauso spektakulär wie unnötig. Die Bayerischen Staatsforsten haben ein umfangreiches Stichprobennetz, mit welchem alle zehn Jahre exakte Daten über Waldstruktur, die Baumarten, das Alter oder die Habitatstrukturen an Einzelbäumen erfasst werden.“1

Noch mehr ärgert ihn natürlich das Kartierprojekt von BN und WWF in seinem eigenen Forstbetrieb. Wie es dazu kam, erkläre ich ausführlich in meinem Artikel: Faktencheck – Exakte Daten über den Wald.

  1. Waldtrittsteine, S. 22 []

Faktencheck: Überleben von Waldarten in Einzelbäumen

Im neunten Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach widme ich mich ausführlich den Urwaldreliktarten im Steigerwald, oder besser gesagt, den dort ausgerotteten Urwaldreliktarten; Arten wie dem 9 mm kleinen Mattschwarzen Schnellkäfer (Megapenthes lugens), dessen Larven sich „im verpilzten Wandholz von Stammhöhlen anbrüchiger Laubbäume“ entwickeln.1 Vermutlich wurde er vor 90 Jahren ausgerottet, als die über 300jährigen Uralteichen im Steigerwald gefällt wurden.

Ich erzähle auch die unbekannte Geschichte vom 1. Deutschen Naturschutztag 1925 in München, der gegen das Abholzen der Eichen im Steigerwald und Spessart protestierte und vergeblich ein 500 ha großes Schutzgebiet forderte. Die Ähnlichkeiten zur heutigen Situation und der Aufhebung des Schutzgebiets „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“ sind bestürzend: Faktencheck – Überleben von Waldarten in Einzelbäumen.

Megapenthes lugensMattschwarzer Schnellkäfer (Megapenthes lugens), Foto: Hervé Bouyon

  1. G. Möller, R. Grube, E. Wachmann, Der Fauna-Käferführer I – Käfer im und am Wald, Nottuln 2006, S. 104 []

Faktencheck: Naturwaldreservat Waldhaus

Was Heiner Flassbeck über die Wirtschaft sagt, gilt auch für die Forstwirtschaft:

„Man darf die Wirtschaft nicht den Ökonomen überlassen. Man muss darüber nachdenken. Man kann darüber nachdenken. Es ist nicht so kompliziert.“1

Im achten Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept überprüfe ich die Angaben von Ulrich Mergner, Forstbetriebsleiter in Ebrach, zum Naturwaldreservat Waldhaus: Faktencheck – Naturwaldreservat Waldhaus.

 

  1. Heiner Flassbeck, Kapitalismus am Ende? Konsequenzen der neoliberalen Weltordnung, 1:18:25 []

Mergner und die Altholzinseln

2012 veröffentlichten die Schweizer Wissenschaftler Markus Müller, Thibault Lachat und Rita Bütler ihre Forschungsergebnisse zur Frage: Wie groß sollen Altholzinseln sein? Ihre Ergebnisse spielen eine zentrale Rolle im Artikel des Ebracher Forstbetriebsleiters Ulrich Mergner über „Waldtrittsteine statt Großschutzgebiete“. Mergner gibt die Ergebnisse der Schweizer Forscher nachweislich falsch wieder: Er macht gleich fünf Fehler. Lesen Sie  hier den siebten Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept: Faktencheck – Altholzinseln.

Der Müller-Deal

2014 gab Jörg Müller, einer der führenden Ökologen in Europa, dem SPIEGEL ein lesenswertes Interview. Warnt er darin vor einem Nationalpark Steigerwald? Liest man den Aufsatz „Waldtrittsteine statt Großschutzgebiete“ von Ulrich Mergner, könnte man diesen Eindruck gewinnen:

„Das kampagnenmäßige Vorantreiben großflächiger Stilllegungsflächen birgt dagegen die Gefahr der Intensivierung der Waldbewirtschaftung, wie sie von Jörg Müller in einem Artikel des Magazins Der Spiegel skizziert wird.“

Mergner leitet den Forstbetrieb Ebrach und wehrt sich dagegen, „seinen Forst verwildern zu lassen“. Er „kämpft um jeden Baum“, wie es im SPIEGEL-Aufmacher so schön heißt. Lesen Sie den sechsten Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept: Faktencheck – Jörg Müller.