Der Pilzkäfer Triplax rufipes im Steigerwald

Mitte Oktober zeigte mir Dr. Simon Thorn in der Nähe der Ökologischen Station Fabrikschleichach im Steigerwald den Pilzkäfer Triplax rufipes. Er lebt in Seitlingen wie z. B. dem Austern-Seitling (Pleurotus ostreatus) und gehört zur Familie der Schwamm-, Pilz- und Faulholzkäfer (Erotylidae).

Er steht auf der Roten Liste für Deutschland (RLD)1 und ist vom Aussterben bedroht (Gefährdungskategorie 1). Weil er so selten ist, wird er in den beiden deutschen Standardwerken für Käfer, dem Fauna Käferführer I – Käfer im und am Wald und dem Kosmos Käferführer, leider nicht erwähnt. Auch einen deutschen Namen hat der kleine Krabbler nicht: ich nenne ihn den Rotbeinigen (= rufipes) Pilzkäfer. Die mit ihm eng verwandten Urwaldreliktarten2 heißen T. collaris (RLD 1), T. elongata (RLD 0 = ausgestorben, verschollen), T. melanocephala (RLD 1).

Der ebenfalls im Pilz gefundene Tetratoma fungorum stammt aus der Familie mit dem unheimlichen Namen der Keulendüsterkäfer (Tetratomidae). Im Gegensatz zu seinen beiden Verwandten T. ancora (RLD 3 = gefährdet) und T. desmaresti (RLD 1) steht er nicht auf der Roten Liste Deutschland.

  1. Binot, M., Bless, R., Boye, P., Gruttke, H., & Pretscher, P. (1998): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands, Bonn-Bad Godesberg (Bundesamt für Naturschutz) 1998 []
  2. siehe J. Müller, H. Bussler u. a., Urwaldrelikt-Arten – Xylobionte Käfer als Indikatoren für Strukturqualität und Habitattradition, waldökologie online 2 (2005), S. 106 -113 []

Buchempfehlung: Ulrich Mergner – Das Trittsteinkonzept

Wahrscheinlich habe ich viele treue Leser verärgert, als ich die Proteste am Hambacher Forst kritisiert habe. Vermutlich stoße ich mit meinem neuen Artikel auch viele Stammleser vor den Kopf, denn ich empfehle das folgende Buch: Das Trittsteinkonzept von Ulrich Mergner.

Ich möchte Sie nicht verärgern und auch nicht vor den Kopf stoßen. In meinen neuen Artikel erzähle ich von meinem Treffen mit Mergner im Steigerwald, und ich erkläre ausführlich, warum ich meine Meinung über das Trittsteinkonzept geändert habe. Ich glaube, dass die Gründe für meinen Sinneswandel für Naturschützer interessant und spannend sein können. Und spannend und interessant für Naturschützer ist auch das Buch von Mergner.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Buchempfehlung: Ulrich Mergner – Das Trittsteinkonzept.

Videos von der Kundgebung zum Steigerwald in München

Steigerwald jetzt schützen – das Tafelsilber bayerischer Natur! von der Gregor Louisoder Umweltstiftung auf Vimeo.

Fotos von Kundgebung gibt es hier: Das war die Kundgebung für den Steigerwald.

Auf der nächsten Seite geht es zu meinen eigenen Videos der einzelnen Reden in voller Länge: Weiterlesen

Besessen

Am kommenden Donnerstag fahre ich nach München zur Kundgebung wegen des Steigerwalds. Seit meinem schweren Fahrradunfall im August 20161 hatte ich nichts mehr zum Steigerwald geschrieben und deswegen hielt ich es für eine gute Idee, einmal in meinen alten Artikeln zu stöbern. Ich war entsetzt. Nicht über den Inhalt der Artikel, sondern über ihre Häufigkeit. Ich war damals wie besessen vom Steigerwald:

Das geht so weiter bis zum September 2015. Und nebenbei war ich auch noch Lehrer. Buchstäblich herausgerissen aus dieser Arbeitssucht hat mich erst der Unfall. Ich vermute, dass ich kein Einzelfall bin. Workaholism ist eine reale Gefahr für viele, die im ehrenamtlichen Naturschutz tätig sind. Es ist die Regel und nicht die Ausnahme, dass viel zu viel Arbeit auf nur einer Schulter lastet: „Einer muss es ja machen!“, „Wenn ich es nicht tue, dann macht es keiner!“, „Es ist doch so wichtig!“.

Übrig geblieben aus meiner Arbeitssucht war ein langer, unvollendeter Entwurf, den ich erst jetzt fertig geschrieben habe. Es war nur noch wenig zu tun. Trotzdem habe ich mir wochenlang Zeit genommen. Es gibt Wichtigeres: z. B. im Garten sitzen und den Blumen zuschauen. Hier geht es zu meinem Artikel: Meinungsmache gegen den GLB „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“.

  1. siehe Schädel-Hirn-Trauma []

Radio Bamberg dreht ein Werbefilmchen

Bei meinen Recherchen zum Geschützten Landschaftsbestandteil im Steigerwald ist mir aufgefallen, dass ein Großteil der Lokalberichterstattung Public Relation für den Ebracher Forstbetrieb ist: Man lässt Mergner reden und reden und reden. Ein journalistischer Tiefpunkt ist der Film von Radio Bamberg zum Ebracher Naturschutzkonzept, den die Bayerischen Staatsforsten auch nicht besser hätten machen können.

Mergner_Biotopbaeume

Hier geht es zu meinem Verriss: Radio Bambergs Werbefilm für den Forstbetrieb Ebrach.

Chronologie der Aufhebung des GLB

Ich habe eine Chronologie der Ereignisse geschrieben, die zur Aufhebung des Geschützten Landschaftsbestandteil „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“ geführt haben. Im Wust der Zeitungsartikel bin auf zahlreiche surreale Details und absurde Pointen gestoßen: So ist beispielsweise Dr. Hans Jürgen Fahn, der für die Freien Wähler im bayerischen Landtags sitzt und dort schmissige Reden gegen den GLB und den Nationalpark hält, gleichzeitig Vorsitzender der Kreisgruppe Miltenberg des Bund Naturschutz.

Die drei Landtagsdebatten, die zum GLB stattfanden, waren eine wichtige Informationsquelle. Die Debatten kann man nicht nur nachlesen – man kann sie sich auch alle im Internet anschauen. Unrühmlicher Höhepunkt ist die Rede des CSU-Abgeordneten Steffen Vogel am 27.11.2014.

Pressebild Steffen Vogel, MdL
Steffen Vogel (MdL CSU, Beirat „Unser Steigerwald“)

Hier geht es zu meinem Artikel: Chronologie der Aufhebung des GLB.

Schlusskapitel: Faktencheck – Trittsteinkonzept

In den letzten Tagen war ich auf der Suche nach einem Schlusskapitel für meine Artikelserie über den Aufsatz von Ulrich Mergner zum Thema: „Waldtrittsteine statt Großschutzgebiete“.1 Gleichzeitig habe ich an einer Chronologie der Ereignisse gearbeitet, die zur Aufhebung des 775 ha großen Geschützten Landschaftsbestandteils „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“ geführt haben. Und auf einmal wurde mir klar, was der wahre Unterschied zwischen Waldtrittsteinen und einem Großschutzgebiet wie dem Geschützten Landschaftsbestandteil ist.

Landrat_Denzler
Landrat Denzler auf dem Buchenwaldseminar am 13.9.2014 in Ebrach

Der Unterschied ist der: Weiterlesen

  1. In Kürze erscheint die ganze Artikelserie auch als PDF-Datei. []

Faktencheck: Umweltverbände

Im letzten Teil meiner Artikelserie über das Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach widme ich mich den Vorwürfen von Ulrich Mergner an die Adresse der Umweltverbände. Bis 2014 war er Sprecher des Arbeitskreises Wald des BUND. Dann wechselt er in die Seiten und wird zu einem scharfen Kritiker der Umweltverbände.

PM-079-15-BUND-Experten-Arbeitskreis-WaldArbeitskreis-Wald des BUND ohne Ulrich Mergner und Arbeitskreis-Naturschutz beim Ortstermin im Steigerwald (Pressefoto des BN)

Hier geht es zu meinem Artikel: Faktencheck – Umweltverbände.