Bankrotterklärung Nr. 3 – Daniele Ganser

Daniele Ganser und Rainer Mausfeld haben zwei Gemeinsamkeiten: Sie füllen große Hörsäle und ihre Videos sind auf YouTube außerordentlich beliebt. Sie erreichen regelmäßig und in kürzester Zeit 100.000 und mehr Klicks. Gansers Vortrag „Die Terroranschläge vom 11. September 2011“ erzielte 1,1 Mio. Aufrufe, „Regime-Change in der Ukraine?“ wurde fast 700.000 mal aufgerufen.

Ganser bei einem Vortrag in Hannover am 21.9.2017

Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen Ganser und Mausfeld: Bei Mausfeld kostet der Eintritt 2 €, bei Ganser 20 €. Und obwohl Ganser einen so hohen Eintrittspreis verlangt, sind die Säle rappelvoll und immer ausverkauft. Denn Ganser ist so etwas wie der „Popstar der Friedensbewegung“1.

Aber nicht die Popularität und Beliebtheit von Daniele Ganser sind mein Thema. Ich zähle auch nicht zu den Leuten, die Ganser als „Verschwörungstheoriker“ verleumden.2 Im Mittelpunkt dieses Artikels steht vielmehr ein Interview, das Ganser RT Deutsch gegeben hat. Darin stellt Jasmin Kosubek Ganser die Frage: „Wo bleibt die große, sichtbare Friedensbewegung auf der Straße?“ Und die Antwort von Ganser, die ist eine Bankrotterklärung. Weiterlesen

  1. RT Deutsch []
  2. siehe Vorsicht, Verschwörungstheorie! []

Bankrotterklärung Nr. 2 – Rainer Mausfeld

Einer der klügsten Kritiker des Neoliberalismus in Deutschland ist Rainer Mausfeld. Er ist nicht nur sehr klug, er ist auch sehr erfolgreich. Zumindest dann, wenn man den Erfolg an Klickzahlen auf YouTube misst. Sein Vortrag „Warum schweigen die Lämmer?“ wurde über eine halbe Million Mal angeklickt, sein Vortrag „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“ fast eine Million Mal.

Rainer Mausfeld am 22. Oktober 2017 beim 28. Pleisweiler Gespräch in Landau

Trotzdem ist auch der politische Erfolg von Mausfeld genauso wie der der NachDenkSeiten gleich Null. Wie Albrecht Müller hat auch er nicht den geringsten Einfluss auf die Politik. Und was noch viel schlimmer ist: Auch Mausfeld hat nicht die geringste Idee, was die Bürger tun sollen. Auch bei ihm spreche ich deshalb von einer Bankrotterklärung. Weiterlesen

Pessimistisches zum Advent – Bankrotterklärung Nr. 1 – Albrecht Müller

Die BBIWS, deren Mitglied ich bin, hat am 1. Dezember eine Petition gestartet: Wälder sind keine Holzfabriken – es reicht!!! Wir Bürger fordern ein neues Bundeswaldgesetz! Nach 10 Tagen haben 23.000 Menschen unterschrieben. Viele Mitglieder der BBIWS sind frohen Mutes, optimistisch und glauben an den Erfolg der Petition. Ich nicht.

Ich bin pessimistisch und vom Misserfolg der Petition überzeugt. Vor fünf Jahren sammelte die Online-Petition „Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag!“ in nur 14 Tagen 230.000 Unterschriften. Bewirkt hat die Petition nichts. Überhaupt nichts. Markus Lanz moderiert immer noch seine Talkshow.

Markus Lanz

Es gibt weitere prominente Beispiele dafür, dass sich in Deutschland nichts ändert und Kritik völlig wirkungslos ist. Und das behaupte nicht ich; das behaupten die Akteure selbst, wenn man nur genau genug zuhört. Drei berühmte, aber nichtsdestotrotz völlig erfolglose Kritiker werde ich in den nächsten Tagen vorstellen. Heute beginne ich mit Albrecht Müller und einer der berühmtesten kritischen Webseiten in Deutschland: den NachDenkSeiten. Weiterlesen

Breaking News: Der Hambacher Forst im Ausnahmezustand

Im September 2018 waren die Proteste im Hambacher Forst ein Top-Thema in den Medien. Fast jeden Tag berichteten SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und FRANKFURTER ALLGEMEINE, SPIEGEL und STERN über die Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und Polizisten. Wann waren wo wie viele Baumhäuser geräumt worden? Wie viele Festnahmen, wie viele Verletzte? Welcher Minister hatte was wo gesagt?

Ich habe den Medienhype um den Hambacher Forst mit Hilfe des Buches Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand – Wie uns die Medien regieren von Michael Meyen analysiert:

„Konflikte, Emotionen und Bilder, immer wieder Bilder. Möglichst auffällig, möglichst groß. Zapp! Nicht! Weg! Bleib hier, denn ich sage dir, was du wirklich wissen musst. In Schlagworten, leicht verständlich, leicht bekömmlich.“1

Der Hambacher Forst lieferte alles: Konflikte, Emotionen und Bilder. Immer wieder Bilder: Aktivisten mit Sturmhauben in Baumhäusern, Polizisten in Kampfanzügen auf Hebebühnen: Das war grell, das war originell! Das brachte Quote und Auflage, Klicks, Likes und Shares.

Im Zentrum meiner Analyse steht ein SPIEGEL-Artikel über ein Facebook-Video, das eine von Polizisten festgenommene Baumbesetzerin zeigt und 3,5 Millionen Klicks brachte. Lesen Sie hier meinen ausführlichen Artikel: Wie Journalisten den Hambacher Forst erschaffen haben.

  1. Meyen, S. 11 []

Der BUND als Lobbyorganisation für die Windkraftindustrie?

Wenn die TAGESSCHAU zur besten Sendezeit über Proteste zum Schutz eines Waldes berichtet, dann kann etwas nicht stimmen.1 Wenn der SPIEGEL seine Sympathie zu antikapitalistischen Aktivisten in Baumhäusern bekundet,2 dann kann etwas nicht stimmen. Und wenn der BUND zu einer Großdemonstration zum Schutz eines Waldes aufruft, dann kann erst recht etwas nicht stimmen. Denn der BUND ruft sonst nie zu einer Großdemonstration zum Schutz eines Waldes auf, der von der Rodung bedroht ist: nicht im Reinhardswald, nicht im Kaufunger Wald, nicht im Hunsrück und nicht im Odenwald.3

Bei meinen Recherchen gibt mir Niko Paech einen Tipp: Ich solle doch mal nach Harry Neumann, dem ehemaligen BUND-Landesvorsitzender von Rheinland-Pfalz googlen. Was ich finde, verschlägt mir den Atem. Der BUND als Lobby-Organisation der Windkraftindustrie? Beweise für Korruption? Ich bin fassungslos. Und je mehr ich recherchiere, umso entsetzter werde ich. Lesen Sie hier meinen Bericht: Der BUND und die Windkraftindustrie.

  1. siehe auch Białowieża – Doppelmoral der EU []
  2. siehe Sie denken, sie haben gewonnen, DER SPIEGEL Nr. 39 /22.9.2018, S. 136 []
  3. siehe Wald roden für die Energiewende []

Wald roden für die Energiewende

Der Reinhardswald ist nicht der Hambacher Forst.1 Hier wird nicht gerodet für die Braunkohle, sondern für die Energiewende:

„Auf sieben Parzellen sollen jeweils bis zu 20 Windkraftanlagen mit einer Höhe von 150 bis 250 Metern aufgestellt werden.“2

Niemand besetzt den Reinhardswald. In diesem Wald wohnen keine Umweltaktivisten. Hier baut niemand Baumhäuser oder gar ganze Baumhaussiedlungen. Niemand errichtet hier Barrikaden. Kein Oberverwaltungsgericht verfügt einen Rodungsstopp. Hier finden keine Sonntagsspaziergänge statt. Waldpädagogen geben hier keine Interviews. Es gibt keine Großdemonstration. Die TAGESSCHAU berichtet nicht zur besten Sendezeit. SPIEGEL-ONLINE schweigt. Der BUND schweigt. Der NABU schweigt. Greenpeace schweigt. Der Rotmilan im Reinhardswald ist nicht die Bechsteinfledermaus im Hambacher Forst. Die GRÜNEN schweigen bis auf ihre Umweltministerin Priska Hinz:

„Windenergie ist sehr wichtig für den Klimaschutz, weil wir die Energiewende schaffen müssen.“

  1. siehe meinen Artikel Der Hambacher Forst als grünes Deckmäntelchen []
  2. Roden für die Energiewende – RT Deutsch vom 23.10.2018 []

Die GRÜNEN und der Hambacher Forst

Die GRÜNEN sind nach der Bayern- und vor der Hessen-Wahl in aller Munde. Ich schließe mich teilweise der Kritik von Albrecht Müller an den GRÜNEN an: Wer Grün wählt, wählt die Anpassung an die Etablierten plus Ökologie. Beim „plus Ökologie“ habe ich allerdings erhebliche Zweifel. Viele Grüne haben auch bei der Großdemonstration am Hambacher Forst teilgenommen:

In meinem neuen Artikel begründe ich am Beispiel einer Umfrage zu Flugreisen, dass der individuelle Lebensstil des typischen GRÜNEN-Wählers extrem klimaschädlich ist. GRÜNEN-Wähler heizen dem Klima mächtig ein:

Nie wurden Nachhaltigkeitsziele lauter bekundet, während sich die Lebenspraktiken immer weiter davon entfernen.“1

Deswegen haben grüne Wähler ein schlechtes Gewissen. Ein Motiv zur Teilnahme an der Großdemonstration war, dieses schlechte Gewissen zu beruhigen:

„Ich fahre zwar einen SUV und bewohne ein viel zu großes Haus, aber dafür bin ich Mitglied einer Bürgerenergiegenossenschaft, trinke nur ökofairen Kaffee und habe für den Kohle-Ausstieg am Hambacher Forst demonstriert.“2

Lesen Sie hier das fünfte und letzte Kapitel meines Artikels über Motive der Teilnehmer an der Großdemonstration am Hambacher Forst: Der GRÜNEN-Wähler.

  1. Rettet die Welt vor den Weltrettern, SZ vom 8.11.2011 []
  2. Abwandlung eines Zitats von Niko Paech, Mythos Energiewende: Der geplatzte Traum vom grünen Wachstum; in: Etscheit, G. (Hrsg.): Geopferte Landschaften – Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört, München, 2016, S. 205-228. []

Białowieża – Doppelmoral der EU

Wenn die Tagesschau zur besten Sendezeit über Proteste gegen die Bekämpfung des Borkenkäfers berichtet,1 dann kann etwas nicht stimmen: Die Tagesschau berichtet sonst nie über Proteste gegen die Borkenkäferbekämpfung. Aber das „Flaggschiff der ARD“ (siehe Die Macht um Acht) berichtete auch nicht über Deutschland, sondern über Polen: über den Urwald von Białowieża. Das Vorgehen der EU-Kommission und des Europäischen Gerichtshofs gegen Polen war immer wieder „eine der wichtigsten Nachrichten des Tages“ in der Tagesschau.


wPolityce.pl (= In der Politik) vom 16. August 2018

Worüber sie und auch die anderen deutschen Medien nie berichtet haben, war die große Empörung in Polen, als durch einen Zeitungsartikel in der WELT bekannt wurde, wie das Bundesland Bayern den Borkenkäfer bekämpft. Der EU wurden „doppelte Standards“ und „Doppelmoral“ vorgeworfen.

In meinem neuen Artikel habe ich vier Artikel aus den polnischen Medien übersetzt. Ich halte die Vorwürfe für berechtigt: Die Borkenkäferbekämpfung in deutschen Natura 2000-Gebieten unterscheidet sich nicht von der in polnischen Natura 2000-Gebieten. Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Białowieża – Doppelmoral der EU.

  1. siehe z. B. #reportage – Polens Urwald in Gefahr []

Der Hambacher Forst als grünes Deckmäntelchen

In meinem neuen Artikel vertrete ich die Auffassung, dass es bei den Protesten im Hambacher Forst überhaupt nicht um den Wald ging. Es ging um Braunkohle, Kohle-Ausstieg, Klima-Schutz und Energiewende. Der Schutz des Hambacher Forsts war immer nur vorgeschoben, er war ein Vorwand, ein grünes Deckmäntelchen.

Mein dritter Artikel zu den Protesten im Hambacher Forst ist sehr ausführlich. Diesmal geht es um „brutale“ Zahlen zu allen Eichenwäldern in Deutschland – und nicht nur zum Eichenwald Hambacher Forst. Es geht um Zahlen, bei denen es einem „eiskalt den Rücken herunter läuft“ (Knut Sturm). Es geht um Fake News zum Hambacher Forst (siehe oben die Falschinformation von Katja Kipping). Es geht um die Rolle der Massenmedien. Es geht um Anne Will, Ken Jebsen und Peter Wohlleben. Zum Schluss stelle ich die Frage, wie der BUND oder die GRÜNEN reagieren würden, wenn Aktivisten den Ebracher Forst besetzen und Baumhäuser in den Methusalem-Buchen des Steigerwalds bauen würden.

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel: Der Hambacher Forst als grünes Deckmäntelchen.