2 Artikel im Monat sind genug – Wider die Informationsflut im Internet

„Wir stumpfen schlicht und einfach ab, wenn man uns stündlich die Katastrophe ankündigt.“
Heiner Flassbeck1

Einleitung

Ich werde in Zukunft nur noch zwei Artikel pro Monat veröffentlichen. Höchstens. Das liegt nicht nur daran, dass gute Artikel viel Zeit brauchen. Es liegt auch daran, dass im Internet eine Flut von belanglosen Informationen herrscht. Zu dieser Flut an unwichtigen und überflüssigen Informationen will ich nicht beitragen.

Ich werde in diesem Artikel auch die Informationsflut von drei Webseiten kritisieren, die sich mit dem Wald und seinem Schutz beschäftigen: Karl-Friedrich Weber und Peter Wohlleben auf Facebook und die Naturwaldakademie auf Twitter. Diese Seiten tragen leider auch dazu bei, dass die Leser mit oberflächlichen und geschwätzigen Artikeln überschwemmt werden. Dabei nehme ich mich von der Kritik ausdrücklich nicht aus: Auch ich habe in der Vergangenheit manchmal viel zu viele Artikel in viel zu kurzer Zeit geschrieben. Weiterlesen

  1. Wenn alles Klimawandel ist, ist Klimawandel nichts mehr []

Nachtrag zur fehlenden Forstaufsicht

„Wälder sind Holzfabriken. Es sind die schönsten Fabriken, die es gibt.“
Dr. Steffen Taeger, Abteilungsleiter Forsten im AELF Roth

Im Mittelpunkt meines letzten Aufsatzes stand ein Zeitungsartikel von Christian Geist: In der Holzfabrik. Erschienen war er am 15.12.2018 im Boten. Die letzten beiden Absätze des Zeitungsartikels hatte ich übergangen. Sie sind aber hochinteressant und gespickt mit falschen Behauptungen. Zwar sind die Behauptungen falsch, sie werden aber immer wieder von Mitgliedern des Forstwirtschaftlichen Denkkollektivs1 vorgebracht, wenn sie mit Kritik von Waldschützern konfrontiert werden. Die Behauptungen klingen wissenschaftlich, vernünftig und plausibel. Und da sie von vielen Personen, die scheinbar unabhängig voneinander sind, immer wieder wiederholt werden, werden sie von einer Mehrheit der Bevölkerung geglaubt. So gilt der Satz „Brennholz ist gut für das Klima!“ heute parteiübergreifend als unbezweifelbare Wahrheit. Vermutlich glauben schon Kinder im Vorschulalter daran.2 Mit solchen und ähnlichen Sätzen sind die beiden letzten Absätze des Zeitungsartikels In der Holzfabrik gespickt. Weiterlesen

  1. siehe Frede und das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv (FDK) []
  2. siehe meine Artikelserie Rettet Brennholz das Klima? []

Probleme mit Leserbriefen – Teil 2

Es gibt Leserbriefe von Waldschützern, die fangen so an:

„Es ist grotesk, nach einem Holzeinschlag in der Brut- und Setzzeit wieder von einem heruntergerissenen Sperberhorst mit vier verendeten Jungvögeln zu stehen!“

Nein, ist es nicht. Ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz ist nicht „grotesk“, sondern eine Straftat. Wenn ich vor einem „heruntergerissenen Sperberhorst mit vier verendeten Jungvögeln“ stehe und beweisen kann, dass ein Holzeinschlag verantwortlich ist, schreibe ich keinen Leserbrief, sondern erstatte Anzeige wegen Verstoß gegen §7 Abs. 2 Nr.13-14 BNatSchG. Greifvögel gehören zu den streng geschützten Vogelarten.1 Weiterlesen

  1. siehe Der Sperber – NABU NRW []

Probleme mit Leserbriefen – Teil 1

Hinweis: Ich möchte keinen Waldschützer persönlich kritisieren oder gar öffentlich bloßstellen. Deshalb nenne ich in dem folgenden Artikel keine Namen und auch keine Quellenangaben. Es geht nicht um einen konkreten Leserbrief, sondern um ein grundsätzliches Problem: Wie überzeugen wir als Waldschützer die Öffentlichkeit?

Ich habe Probleme mit den Leserbriefen von Waldschützern. Es ist nicht so, dass ich grundsätzlich etwas gegen Leserbriefe hätte. Ich selbst habe auch schon welche geschrieben. Aber ich habe Probleme mit der Art und Weise, wie einige Leserbriefe von Waldschützern geschrieben werden. Ich fürchte, dass diese Leserbriefe wenig nützen: Zwar machen die Waldschützer ihrem Herzen Luft und lassen ordentlich Dampf ab, aber sie werden vermutlich niemanden überzeugen, der nicht ohnehin schon Waldschützer ist. Häufig wird auch gar nicht so richtig deutlich, wogegen eigentlich protestiert wird. Weiterlesen

Bankrotterklärung Nr. 3 – Daniele Ganser

Daniele Ganser und Rainer Mausfeld haben zwei Gemeinsamkeiten: Sie füllen große Hörsäle und ihre Videos sind auf YouTube außerordentlich beliebt. Sie erreichen regelmäßig und in kürzester Zeit 100.000 und mehr Klicks. Gansers Vortrag „Die Terroranschläge vom 11. September 2011“ erzielte 1,1 Mio. Aufrufe, „Regime-Change in der Ukraine?“ wurde fast 700.000 mal aufgerufen.

Ganser bei einem Vortrag in Hannover am 21.9.2017

Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen Ganser und Mausfeld: Bei Mausfeld kostet der Eintritt 2 €, bei Ganser 20 €. Und obwohl Ganser einen so hohen Eintrittspreis verlangt, sind die Säle rappelvoll und immer ausverkauft. Denn Ganser ist so etwas wie der „Popstar der Friedensbewegung“1.

Aber nicht die Popularität und Beliebtheit von Daniele Ganser sind mein Thema. Ich zähle auch nicht zu den Leuten, die Ganser als „Verschwörungstheoriker“ verleumden.2 Im Mittelpunkt dieses Artikels steht vielmehr ein Interview, das Ganser RT Deutsch gegeben hat. Darin stellt Jasmin Kosubek Ganser die Frage: „Wo bleibt die große, sichtbare Friedensbewegung auf der Straße?“ Und die Antwort von Ganser, die ist eine Bankrotterklärung. Weiterlesen

  1. RT Deutsch []
  2. siehe Vorsicht, Verschwörungstheorie! []

Bankrotterklärung Nr. 2 – Rainer Mausfeld

Einer der klügsten Kritiker des Neoliberalismus in Deutschland ist Rainer Mausfeld. Er ist nicht nur sehr klug, er ist auch sehr erfolgreich. Zumindest dann, wenn man den Erfolg an Klickzahlen auf YouTube misst. Sein Vortrag „Warum schweigen die Lämmer?“ wurde über eine halbe Million Mal angeklickt, sein Vortrag „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“ fast eine Million Mal.

Rainer Mausfeld am 22. Oktober 2017 beim 28. Pleisweiler Gespräch in Landau

Trotzdem ist auch der politische Erfolg von Mausfeld genauso wie der der NachDenkSeiten gleich Null. Wie Albrecht Müller hat auch er nicht den geringsten Einfluss auf die Politik. Und was noch viel schlimmer ist: Auch Mausfeld hat nicht die geringste Idee, was die Bürger tun sollen. Auch bei ihm spreche ich deshalb von einer Bankrotterklärung. Weiterlesen

Pessimistisches zum Advent – Bankrotterklärung Nr. 1 – Albrecht Müller

Die BBIWS, deren Mitglied ich bin, hat am 1. Dezember eine Petition gestartet: Wälder sind keine Holzfabriken – es reicht!!! Wir Bürger fordern ein neues Bundeswaldgesetz! Nach 10 Tagen haben 23.000 Menschen unterschrieben. Viele Mitglieder der BBIWS sind frohen Mutes, optimistisch und glauben an den Erfolg der Petition. Ich nicht.

Ich bin pessimistisch und vom Misserfolg der Petition überzeugt. Vor fünf Jahren sammelte die Online-Petition „Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag!“ in nur 14 Tagen 230.000 Unterschriften. Bewirkt hat die Petition nichts. Überhaupt nichts. Markus Lanz moderiert immer noch seine Talkshow.

Markus Lanz

Es gibt weitere prominente Beispiele dafür, dass sich in Deutschland nichts ändert und Kritik völlig wirkungslos ist. Und das behaupte nicht ich; das behaupten die Akteure selbst, wenn man nur genau genug zuhört. Drei berühmte, aber nichtsdestotrotz völlig erfolglose Kritiker werde ich in den nächsten Tagen vorstellen. Heute beginne ich mit Albrecht Müller und einer der berühmtesten kritischen Webseiten in Deutschland: den NachDenkSeiten. Weiterlesen