Die drohende Zerstörung des Wildniswalds von Porta Westfalica

Ein Damoklesschwert hängt über dem Wildniswald von Porta Westfalica: die Verkehrssicherungspflicht des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Ein Gutachten spricht von 34 Megagefahrenbäumen. Und Megagefahrenbäume müssen gefällt werden. Dabei befindet sich der ganze Wald in der Zerfallsphase. Und wie soll man einen Wald voll schräger, morscher und absterbender Bäume verkehrssicher machen?1siehe meinen Artikel Der Urwald vor den Toren der Stadt Porta Westfalica Das ist unmöglich und alle Beteiligten scheinen das auch zu wissen. Trotzdem fordert der FSC „Maßnahmen“. Und verwickelt sich in heillose Widersprüche – genauso wie Wald und Holz. Und nein – das ist kein Aprilscherz!

Lesen Sie hier meinen neuen Artikel – u. a. mit einer Stellungnahme von Wald und Holz NRW und einem halbstündigen Interview mit der GFA, zuständig für die Audits des FSC: Der FSC und die Verkehrssicherung am Wolfsschluchtweg.

Der Fehlerzähler und das LANUV

Ich wohne neben einem FFH-Gebiet. Die Naturschutzfachinformationen dazu enthalten Fehler. Drei Fehler. Mindestens. Deshalb hatte ich zunächst mit 4 Angestellten im Call-Center des Umweltministeriums und dann mit 2 hohen Beamten gesprochen: Herrn Dr. Kiel im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur-und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV NRW) und Herrn Dr. Schlüter im Landesamt für Natur und Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV). Beide waren sehr hilfsbereit und freundlich, aber letztlich dann doch nicht zuständig. Am 6. Dezember bin ich dann endlich mit dem richtigen Beamten verbunden: Herrn Stroscher vom Fachbereich 21 des LANUV.1siehe Geschäftsverteilungsplan LANUV, S. 34 Er hört mir mit einer bewunderswürdigenden Geduld zu, während ich die Fehler aufzähle, und er beantwortet alle meine Fragen. Es wird für mich ein sehr lehrreiches Gespräch: Weiterlesen

Zoff unterm Weihnachtsbaum

Stellen Sie sich vor, Sie sind am 2. Weihnachtstag bei Ihrem Schwager eingeladen. Der ist Ministerialrat im Umweltministerium. Früher hat er FDP gewählt, heute die Grünen. Er hat viel Verständnis für Fridays For Future und für Greta. Das letzte Treffen mit ihm haben Sie in ganz schlechter Erinnerung: er schwärmte von seinem Urlaub im Bio-Hotel. „Öko-Komfortzimmer“ mit Lichtblick-Strom und belebtem Wasser! Und die Bio-Bäckerei! Und das Bierbad im „Bio-Bier“ aus der „Bio-Braumanufaktur“! Wunderschön! Und so entspannend!

Nicht noch einmal? Es reicht? Sie sind das grüne Getue leid und auf Krawall gebürstet? Dann habe ich einen Tipp für Sie! Schenken Sie Ihrem Schwager doch ein Buch von Dirk Maxeiner! Der Zoff unter dem Weihnachtsbaum ist vorprogrammiert. Garantiert! Weiterlesen

Nationalpark und Windräder

Im Mittelpunkt meines letzten Artikels Sommerwanderung zum Rachel stand der Aufsatz „Gestörte Heimat“ von Erik Aschenbrand und Thomas Michler. Die Heimat war der Nationalpark Bayerischer Wald und gestört wurde sie durch den Borkenkäfer. Die Einheimischen fanden das furchtbar, die Naturschutzexperten waren begeistert. In der Vergangenheit waren meine Sympathien immer klar verteilt: Die Einheimischen waren die Bösen.

Windpark Kreuzstein im FFH-Gebiet Werra- und Wehretal

Beim Lesen des Aufsatzes beschlich mich aber ein ungutes Gefühl: Was, wenn nicht Borkenkäfer die Heimat stören sondern Windräder? Was, wenn die Einheimischen gegen Windräder protestieren würden? Sind die Einheimischen dann auch die Dummen, die nicht auf die Experten hören? Ich habe den Aufsatz noch einmal ganz genau gelesen und war nicht amüsiert.

Aus dieser Beschäftigung mit dem Aufsatz sind gleich zwei Artikel hervorgegangen:

Viele werden die Aufstellung von Windrädern im Nationalpark Bayerischer Wald für völlig ausgeschlossen halten. Ich bin da überhaupt nicht mehr sicher und begründe das ausführlich.

Sie können meine letzten drei Artikel auch als Podcast anhören und herunterladen:

Hinweis
Im September veröffentliche ich 2 Filme:

  • Abstieg vom Rachel – am 5.9.
  • Rund um den Poledník (Mittagsberg) im NLP Šumava – am 10.9.

Zum Tode von Horst Stern

Ich habe einen Artikel zum Tode von Horst Stern geschrieben. Ich beschäftige mich darin mit den Nachrufen, die anlässlich seines Todes geschrieben worden sind, und werfe diesen Lobeshymnen vor, dass sie falsch und verlogen sind. Außerdem widme ich mich der beängstigenden Resignation dieses Mannes, der doch angeblich so erfolgreich war. Zum Schluss begründe ich, warum die Erfolglosigkeit von Stern eine Mahnung für alle Bürgerinitiativen sein kann, die meinen, sie müssten ganz häufig in der Zeitung stehen und Fernsehauftritte wie einen Sieg feiern.

Lesen Sie hier meinen ganz persönlichen Nachruf auf Horst Stern: Zum Tode von Horst Stern.

Deutschland ist süchtig nach Nadelholz

Mein neuer Artikel schließt nahtlos an meinen letzten an, in dem ich gezeigt habe, dass Deutschland mehr Laubholz exportiert als importiert. Bei Nadelholz ist es genau umgekehrt: Schon heute importiert Deutschland große Mengen Nadelholz. Wieder habe ich mich durch viele offizielle Dokumente gewühlt und Zahlen herausgesucht. Ich nutze nicht nur die Holzmarktstatistiken, sondern auch die Dritte Bundeswaldinventur und den Alternativen Waldzustandsbericht. Auf eine Entdeckung bin ich besonders stolz: auf die Entdeckung der Holzeinschlagsstatistik, herausgegeben von Statistischen Bundesamt. In ihr finden sich u. a. die offiziellen Zahlen dazu, wie viel Holz jedes Jahr wegen Stürmen, Schneebruch, Borkenkäfer usw. vorzeitig geerntet werden muss. 

Am Schluss des Artikels diskutiere ich einen Ausschnitt aus einem Interview mit Horst Stern, in dem dieser überraschenderweise meint, die Verfichtung Deutschlands habe aufgehört und er habe dazu beigetragen. Hier geht es zu meinem neuen Artikel: Deutschland ist süchtig nach Nadelholz.

Ein persönlicher Nachruf zum Tod von Horst Stern folgt in Kürze.

Hinweis: In dem Artikel steckt sehr viel Arbeit und Mühe. Deshalb befinden sich die Kapitel 1-5 hinter einer Paywall und sind nur für Mitglieder zugänglich. Schon für 1 € im Monat können Sie Mitglied werden und meine Arbeit unterstützen.

Deutschland ist Nettoexporteur von Laubholz

Waldschützer fordern immer wieder, den hohen Holzeinschlag in Deutschland zu reduzieren: Wälder sind keine Holzfabriken. Dann erwidern viele Förster, dies sei nicht möglich. Denn Deutschland brauche sehr viel Holz, und wenn in Deutschland weniger Holz eingeschlagen würde, müsste das Holz aus dem Ausland importiert werden.

Für Laubholz stimmt das nicht: Deutschland erwirtschaftet jedes Jahr einen sehr hohen Exportüberschuss. Das beweisen offizielle Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Hier geht es zu meinem neuen Artikel: Faktencheck: Holzimporte – Update.

Hinweis: Der Artikel befindet sich hinter einer Paywall. Das Zusammenstellen der Daten hat viel Zeit und Mühe gekostet. Schon ab 1€ im Monat können Sie Mitglied werden.

2 Artikel im Monat sind genug – Wider die Informationsflut im Internet

„Wir stumpfen schlicht und einfach ab, wenn man uns stündlich die Katastrophe ankündigt.“
Heiner Flassbeck1

Einleitung

Ich werde in Zukunft nur noch zwei Artikel pro Monat veröffentlichen. Höchstens. Das liegt nicht nur daran, dass gute Artikel viel Zeit brauchen. Es liegt auch daran, dass im Internet eine Flut von belanglosen Informationen herrscht. Zu dieser Flut an unwichtigen und überflüssigen Informationen will ich nicht beitragen.

Ich werde in diesem Artikel auch die Informationsflut von drei Webseiten kritisieren, die sich mit dem Wald und seinem Schutz beschäftigen: Karl-Friedrich Weber und Peter Wohlleben auf Facebook und die Naturwaldakademie auf Twitter. Diese Seiten tragen leider auch dazu bei, dass die Leser mit oberflächlichen und geschwätzigen Artikeln überschwemmt werden. Dabei nehme ich mich von der Kritik ausdrücklich nicht aus: Auch ich habe in der Vergangenheit manchmal viel zu viele Artikel in viel zu kurzer Zeit geschrieben. Weiterlesen

  1. Wenn alles Klimawandel ist, ist Klimawandel nichts mehr []

Nachtrag zur fehlenden Forstaufsicht

„Wälder sind Holzfabriken. Es sind die schönsten Fabriken, die es gibt.“
Dr. Steffen Taeger, Abteilungsleiter Forsten im AELF Roth

Im Mittelpunkt meines letzten Aufsatzes stand ein Zeitungsartikel von Christian Geist: In der Holzfabrik. Erschienen war er am 15.12.2018 im Boten. Die letzten beiden Absätze des Zeitungsartikels hatte ich übergangen. Sie sind aber hochinteressant und gespickt mit falschen Behauptungen. Zwar sind die Behauptungen falsch, sie werden aber immer wieder von Mitgliedern des Forstwirtschaftlichen Denkkollektivs1 vorgebracht, wenn sie mit Kritik von Waldschützern konfrontiert werden. Die Behauptungen klingen wissenschaftlich, vernünftig und plausibel. Und da sie von vielen Personen, die scheinbar unabhängig voneinander sind, immer wieder wiederholt werden, werden sie von einer Mehrheit der Bevölkerung geglaubt. So gilt der Satz „Brennholz ist gut für das Klima!“ heute parteiübergreifend als unbezweifelbare Wahrheit. Vermutlich glauben schon Kinder im Vorschulalter daran.2 Mit solchen und ähnlichen Sätzen sind die beiden letzten Absätze des Zeitungsartikels In der Holzfabrik gespickt. Weiterlesen

  1. siehe Frede und das Forstwirtschaftliche Denkkollektiv (FDK) []
  2. siehe meine Artikelserie Rettet Brennholz das Klima? []