„Waldentwicklungsmaßnahme“ am Oberen Meineckenberg – Naturentwicklungszone NLP Harz

Meineckenbeg_Panorama_1200

Das obige Panoramafoto zeigt den unteren Osthang des Oberen Meineckenbergs im NLP Harz (3.689 x 1.200 Pixel, 2,5 MB). Dieser Teil des Bergs liegt direkt am Heinrich-Heine-Weg zum Brocken und ist für Wanderer sichtbar.

Das nächste Panoramafoto wurde mit Teleobjektiv vom gegenüberliegenden Oberen Gebbertsberg aus aufgenommen. Es zeigt den oberen Osthang des Oberen Meineckenbergs (3.699 x 1.200 Pixel, 3,2 MB), der für Wanderer nicht einsehbar ist.

Meineckenberg_Tele_Panorama_1200

Der untere Hang ist mit Buchen bepflanzt, der obere nicht.

„Renaturierung“ des Oberen Gebbertsbergs – Naturentwicklungszone NLP Harz

Das Panoramafoto zeigt den oberen Westhang des 649 m hohen Oberen Gebbertsbergs im Nordosten des NLP Harz. Der Berg gehört zur sogenannten „Naturentwicklungszone“. In diesem Fall wurde das Biotop des Oberen Gebbertsbergs durch Abräumen des Windwurfs (Kyrill 2007) und anschließende Bepflanzung mit Buchen „instand gesetzt“ und „renaturiert“. Der Kahlschlag ist insgesamt 31 ha groß. Die Nationalpark-Förster nennen das „Steigerung der Naturnähe“. (Alle Zitate von der NLP-Homepage zur Gebietsgliederung.)

Gebbertsberg_Panorama_1200Oberer Westhang des Oberen Gebbertsbergs im Februar 2015 (4.490 x 1.200 Pixel; 3,6 MB)

Experten gegen Kahlschläge im Nationalpark Harz

Im Mai 2005 fand im Nationalpark Harz ein Workshop statt zum Thema „Waldumbau“. Der Workshop war hochkarätig mit Experten besetzt. Erst zwei Jahre später erschien der Tagungsband mit den Vorträgen. Er ist nicht online, sondern muss umständlich bestellt werden.1 Ich denke, dass dahinter Absicht steht: Den Bericht sollen möglichst wenig Menschen lesen. Denn viele Experten üben mehr oder weniger offen Kritik an der Nationalparkverwaltung. Und in einem Punkt herrschte Einigkeit: Keine Kahlschläge!

Plessenburg_KahlschlaegeKahlschläge im Nordosten des Nationalparks Harz, gelb ist dessen östliche Grenze eingezeichnet (Quelle: Sachsen-Anhalt-Viewer)

Ich stelle Ihnen die einzelnen Tagungsbeiträge mal mehr, mal weniger ausführlich vor und illustriere die Beiträge mit aktuellen Fotos von Kahlschlägen rund um die Plessenburg: Experten gegen Kahlschläge.

  1. Nur das Vorwort gibt es zum Download. []

Großkahlschlag am Oderteich

Nach meinem Bericht über den Großkahlschlag am Heinrich-Heine-Weg dokumentiere ich nun einen zweiten Großkahlschlag. Ich bin auf ihn im Oktober 2014 gestoßen: Großkahlschlag am Oderteich.

 

Durch das Abräumen des Windwurfs hat die Nationalparkverwaltung die Büchse der Pandora geöffnet: Vergrasung, Verbiss, Wiederverfichtung. Besonders grotesk: Kaum war die letzte Fichte abtransportiert und die letzte Buche gepflanzt, wurde die geschundene Fläche zur Naturdynamikzone erklärt.

123 € Bußgeld für Schneelochstieg

Für meine Expeditionen ins Schneeloch im Nationalpark Harz wurde ich von der Verwaltung zu 123 € Bußgeld verdonnert. Lesen Sie hier meinen Bericht zu den rechtlichen Hintergründen: 123 € Bußgeld für Schneelochstieg.

Fichtenforst in der Zerfallsphase am Schneelochstieg

Intelligenter hat es die Bürgerbewegung im Nationalpark Bayerischer Wald angestellt: Gleich eine ganze Hundertschaft hatte am 5. September 2010 vorsätzlich das Recht gebrochen, als sie im Beisein von Presse, Funk und Fernsehen 500 Fichten auf einem Kahlschlag anpflanzte. Nationalparkchef Karl-Friedrich Sinner lies den demonstrativen Rechtsbruch ungestraft. Hier geht es zu meinem Bericht über diesen Schildbürgerstreich: Pflanzaktion der Bürgerbewegung.

Massentourismus am Brocken

Am vergangenen Samstag bin ich über das Eckerloch zum Brocken gewandert. Der Massentourismus auf dem Eckerlochstieg und auf der Brockenstraße hat mich erzürnt. Ich verarbeite meinen Zorn in einem Aufsatz. Dabei dokumentiere ich nicht nur meine deprimierenden Erfahrungen, sondern kritisiere auch eine aktuelle Diplomarbeit von J. Ahrend. Er stellt der Nationalparkverwaltung einen Persilschein aus: Umfragen würden belegen, dass trotz jährlich 1,2 Millionen Besuchern am Brocken und sogar 2 Millionen am Torfhaus ein „ungestörtes Naturerlebnis“ garantiert sei. Hier geht es zu meinem Aufsatz: Massentourismus am Brocken.

stockender Verkehr und Stau auf dem Eckerlochstieg

Aus dem Schulbuch #3

„Nationalpark:

  • Großschutzgebiet mit möglichst ungestörtem Ablauf der Naturvorgänge, unterliegt seiner eigenen Dynamik
  • Nutzungseinschränkungen: möglichst keine menschlichen Eingriffe“1

Im Nationalpark Harz werden auf 11.777 von 24.731 ha (48 % der Gesamtfläche) die Naturvorgänge durch menschliche Eingriffe gestört.2

Kahlschlag in der Borkenkäfer-Sicherheitszone nordwestlich der Plessenburg

 

  1. M. Ebel, A. Erdmann, U. Erdmann, O. Müller, J. Reichel (Hg.), Ökologie – Grüne Reihe, Materialien S II, Schroedel Verlag, Braunschweig 2013, S. 169, Hervorhebungen von mir []
  2. Tätigkeitsbericht 2014, S. 29 []

Borkenkäferschutzzone im Nationalpark Harz

Das Foto zeigt den Meineberg südlich von Ilsenburg im Januar 2015. Der Berg liegt in der Borkenkäfer-Sicherheitszone. Die Fichtenwälder des Meinebergs wurden 2007 und 2008 zum Schutz der angrenzenden Wälder kahlgeschlagen.1

„Hier in den Randbereichen trägt der Nationalpark aber auch eine Verantwortung gegenüber seinen Nachbarn, deren Auftrag die Erzeugung von Holz als wichtigstem nachwachsendem Rohstoff ist. Diese Bestände bedürfen des Schutzes.“2

Der Nachbar ist das Revier Wernigerode des Forstbetriebs Oberharz des Landesforstbetriebs Sachsen-Anhalt. Schutzbedürftig sind dessen Fichtenforste. Die Rohstofferzeugung erfolgt ebenfalls im Kahlschlagverfahren:

Planmäßiger Abtrieb eines Fichtenforsts durch Bernhard Wolff, Leiter des Reviers Wernigerode, im Januar 2015 nordöstlich der Plessenburg

  1. siehe Gebietsgliederung des Nationalparks Harz []
  2. Zitat von der am Meineberg aufgestellten Lehrtafel „Auf den Spuren des Borkenkäfers“ []